«Aufstrebender Badeort» = Baustelle
Aktualisiert

«Aufstrebender Badeort» = Baustelle

Ist der Strand naturbelassen oder schlichtweg schmutzig? In Ferienprospekten sind fantastische Angebote zu entdecken, aber auch eine Menge Schönschreiberei.

Bunt und verlockend türmen sie sich seit kurzem in den Reisebüros: die Ferienprospekte der Sommersaison. Aber Vorsicht, hinter manch einem hübsch formulierten Angebot verbergen sich zweideutige Angaben – auf die oft nicht hingewiesen werden. «Total unsinnig», befindet Andy Bieniek vom Reisebüro Reisewelt.

«Nur ein zufriedener Kunde kommt wieder.» Obwohl das Entlarven solcher Tricks ein fester Ausbildungs-Bestandteil von Urlaubsfachleuten darstellt, wird in der Branche eisern darüber geschwiegen. Hier die wichtigsten Fälle von möglichen Irreführungen:

• «Für unabhängige Gäste»: keine Infrastruktur, Initiative ist gefragt (z.B. Auto mieten).

• «Ehemaliges Fischerdorf»: Das war einmal – der Ort ist jetzt unglaublich touristisch.

• «International bekanntes Ferienzentrum»: viele Touristen (Deutschland, USA etc.).

• «Aufstrebender Badeort»: zahlreiche Baustellen.

• «Naturbelassener Strand»: Abfall, Algen – ungepflegt.

• «Alle Zimmer zum Meer gelegen»: Doch sehen kann man das Meer nicht.

• «Zentral und verkehrsgünstig»: Autolärm, Diskotheken.

• «Das Hotel ist in Strandnähe»: mehr als 500 Meter Entfernung garantiert.

• «Das Hotel liegt am Meer»: kein Strand (Klippe, Hafen).

• «Junges, lockeres Publikum»: Ballermann-Stimmung.

• «Sauber und zweckmässig»: Nur das Nötigste ist da.

• «In Flughafen-Nähe»: Fluglärm ist garantiert.

• «Ideal für Gäste, die das Strandleben geniessen wollen»: weit von der Stadt entfernt, abends ist nichts los.

Martina Rissi

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