Aktualisiert 03.06.2019 12:02

Diessenhofen TG

Aufwendige Suchaktion war völlig umsonst

Ein Boot mit vier Personen verunglückte am Freitag auf dem Rhein. Es folgte eine unnötige Suchaktion durch die Polizei und viele Helfer – alle Insassen hatten sich retten können.

von
mwa
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Die Wrackteile des verunfallten Weidlings konnten geborgen werden. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Franken.

Die Wrackteile des verunfallten Weidlings konnten geborgen werden. Der Sachschaden beträgt mehrere tausend Franken.

Kapo TG
In diese Wiffe ist das Boot am Freitagabend gekracht. Nachdem es zerbrochen war, retteten sich die vier Insassen selbstständig ans Ufer.

In diese Wiffe ist das Boot am Freitagabend gekracht. Nachdem es zerbrochen war, retteten sich die vier Insassen selbstständig ans Ufer.

Kapo TG
Die vier Personen meldeten den Vorfall in diesem Restaurant, bevor sie sich danach auf den Heimweg machten.

Die vier Personen meldeten den Vorfall in diesem Restaurant, bevor sie sich danach auf den Heimweg machten.

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Gegen 19.40 Uhr am Freitagabend waren vier Personen auf dem Rhein bei Diessenhofen TG in einem Weidling unterwegs, als dieser oberhalb Schupfen in eine Wiffe prallte und zerbrach. Wie die Kantonspolizei Thurgau mitteilte, konnten sich die beiden ortskundigen 70- und 64-jährigen Schiffsführer aus Schaffhausen mit ihren Frauen selbstständig ans Ufer retten. Die Gruppe beschloss, den Vorfall beim nahe gelegenen Restaurant Schupfen zu melden. Anschliessend gingen sie nach Hause.

Anwohner auf beiden Seiten des Rhein hatten den Vorfall jedoch beobachtet und schlugen in den jeweiligen Ländern Alarm. Weil nicht klar war, ob sich alle beteiligten Personen hatten retten können, erfolgte eine über eine Stunde dauernde, aufwändige Rettungsaktion. Die Polizei rückte unter anderem mit mehreren Booten und Tauchern aus. Neben der Feuerwehr waren zudem die Pontoniere Diessenhofen sowie deutsche Rettungswagen, Notärzte und die freiwillige Feuerwehr Gailingen vor Ort. Auch die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) rückte mit insgesamt 16 Einsatzkräften, zwei Tauchern, fünf Fahrzeugen, drei Booten und einem Helikopter aus. Der Einsatz dauerte an, bis sich einer der Schiffsführer zu einem späteren Zeitpunkt bei der Schaffhauser Polizei meldete und Entwarnung gab.

Bootsinsassen werden angezeigt

«Solche Vorfälle müssen unbedingt direkt gemeldet werden», sagt Christa Altwegg, Sprecherin der Kantonspolizei Thurgau. Es reiche nicht aus, den Vorfall in einem anliegenden Restaurant zu melden. Wer die Kosten für den Grosseinsatz übernehmen müsse, werde zurzeit abgeklärt. «Es wäre möglich, dass die vier teilweise dafür aufkommen müssen, da bei Fahrlässigkeit der Verursacher bezahlen muss», so Altwegg.

Neben allfälligen teuren Rechnungen kommt vielleicht sogar noch mehr auf sie zu. Die Verantwortlichen werden nämlich bei der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen angezeigt. «Nichtbeherrschen des Fahrzeugs und mangelnde Sorgfaltspflicht sind mögliche Vergehen», sagt Altwegg. Mit dem Polizeieinsatz habe die Anzeige nichts zu tun.

Polizei warnt vor Hochrhein

In diesem Zusammenhang warnt die Polizei einmal mehr vor den Gefahren des Hochrheins: Schwimmer und Benutzer von Wasserfahrzeugen sollten jederzeit aufmerksam sein, frühzeitig agieren, Schwimmwesten tragen und genügend Abstand zu Hindernissen wie Wiffen, Brückenpfeilern oder Kursschiffen halten. Mehr Infos gibt es unter www.kapo.tg.ch/hochrhein. Nach Unfällen sollen sich Beteiligte bei der Polizei melden, um Suchaktionen zu vermeiden.

Die Kantonspolizei Thurgau warnt vor den Gefahren des Hochrheins. (Video: Kapo TG)

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