Noch keine Bewerbung: Augusta Raurica: Zuerst «Hausaufgaben» machen

Aktualisiert

Noch keine BewerbungAugusta Raurica: Zuerst «Hausaufgaben» machen

Vor einer allfälligen Bewerbung von Augusta Raurica fürs UNESCO-Weltkuturerbe soll der Kanton Baselland zuerst einige «Hausaufgaben» machen: Mit einem Zehn-Punkte-Programm macht sich Augusta Raurica für eine allfällige Bewerbung als Unesco-Weltkulturerbe bereit.

In einem am Samstag vorgelegten Bericht zeigt die Regierung den Plan auf, mit dem sich der Kanton für eine Bewerbung von Augusta Raurica «fit machen» soll. Dazu gehört etwa die Erstellung eines Entwicklungskonzepts für die Römerstadt: Der Landrat solle ihr dazu einen Auftrag erteilen, beantragt die Regierung.

Vorbereiten soll das Konzept eine Kantonale Nutzungsplanung für Augusta Raurica. Separat beantragt oder später angegangen werden sollen sodann weitere Punkte, so ein neues Sammlungszentrum oder die Planung eines Natur- und Landschaftsparks und eines neuen Museums. Anderes wie die Archäologiegesetzgebung oder Landkäufe ist schon erfolgt.

Kräfte bündeln

Ein Grundsatzentscheid des Landrats über eine Bewerbung ist laut der Regierung jedenfalls erst sinnvoll, wenn der Kanton zusätzlich zur ausgezeichneten wissenschaftlichen Positionierung der Römerstadt auch mit der Lagerung der Museumsgüter und der Publikumserschliessung bereit sei. Dies werde erst «in einigen Jahren» der Fall sein.

Die Regierung schlägt dieses Vorgehen vor, nachdem ein erster Versuch, Augusta Raurica beim Bund anzumelden, 2004 fehlgeschlagen war: Die vom Bundesamt für Kultur eingesetzte Kommission hatte die UNESCO-Bestimmungen neu interpretiert und Schweizer Kriterien definiert, die gemäss Regierung auf Augusta Raurica nur zum Teil zutreffen.

Deshalb stelle sich zuerst die Frage, ob genügend Kräfte aus Kultur, Wissenschaft, Tourismus oder Volkswirtschaft gebündelt werden könnten, um den nötigen politischen Druck zu erzeugen und den Bundesrat umzustimmen. Denn dieser müsste einen Antrag zur Aufnahme ins Weltkulturerbe bei der UNESCO einreichen.

Auch Ablehnung

Die Bewerbung um das begehrte Label sei «ein steiniger Weg». Augusta Raurica sei aber kulturpolitisch der einzige Ort, für den der Kanton weit über seine Grenzen hinaus international bekannt und geachtet sei, hält die Regierung fest. 2008 hatte sie der Landrat mit einem Postulat aufgefordert, einen Bewerbungsantrag vorzubereiten.

Das von einem SP-Landrat eingereichte Postulat war gegen den Widerstand der SVP und eines Teils der FDP überwiesen worden; die Gegner befürchteten zu starke Einschränkungen namentlich beim Bauen in Augst. Ähnlich äusserte sich im jetzigen Bericht der Regierung in einer ablehnenden Stellungnahme der Augster Gemeinderat.

Augusta Raurica gilt als besterhaltene Stadt der antiken Nordwestprovinzen Roms. Rund zwei Drittel der Kernstadt liegen in Augst BL, der Rest in Kaiseraugst AG. Die bisher freigelegten Monumente, zu denen auch das grösste Amphitheater in der Schweiz zählt, werden jährlich von rund 140 000 Personen besucht. (sda)

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