Myanmars entmachtete Regierungschefin: Aung San Suu Kyi soll vor Gericht – wegen illegalen Besitzes von Walkie-Talkies
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Myanmars entmachtete RegierungschefinAung San Suu Kyi soll vor Gericht – wegen illegalen Besitzes von Walkie-Talkies

Die Lage in Myanmar spitzt sich zu. Nun heisst es, Aung San Suu Kyi werde wegen des illegalen Besitzes von Walkie-Talkies vor Gericht gestellt. Es drohen ihr bis zu 20 Jahren Haft.

Protestierende halten das Bild von Aung San Suu Kyi hoch, der die Todesstrafe droht.

Protestierende halten das Bild von Aung San Suu Kyi hoch, der die Todesstrafe droht.

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Darum gehts

  • Die Armee von Myanmar hat ihre Regierung geputscht, das Land befindet sich im Ausnahmezustand.

  • Die abgesetzte faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi soll vor Gericht gestellt werden.

  • Sie wird beschuldigt, illegal eingeführte Walkie-Talkies zu besitzen.

Die Polizei in Myanmar hat die abgesetzte faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi beschuldigt, illegal eingeführte Funkgeräte zu besitzen. Sie werde deshalb bis zum 15. Februar festgehalten werden, hiess es am Mittwoch.

Ein Gericht habe eine zweiwöchige Haft angeordnet, weil Suu Kyi gesetzliche Regelungen zu Importen und Exporten missachtet habe, erklärte ihre Partei, die Nationale Liga für Demokratie (NLD), am Mittwoch im Online-Netzwerk Facebook. Präsident Win Myint, der bei dem Putsch ebenfalls festgesetzt wurde, wird demnach beschuldigt, gegen ein Gesetz zum Umgang mit Naturkatastrophen verstossen zu haben.

Zuvor hiess es noch, die neue Militärführung in Myanmar wolle die Nobelpreisträgerin und bisherige Regierungschefin Aung San Suu Kyi wegen Hochverrats anklagen. In sozialen Netzwerken schrieben zahlreiche Beobachter, dies hätten die Streitkräfte am Mittwoch entschieden. Auf Hochverrat stehen in Myanmar die Todesstrafe oder bis zu 20 Jahre Haft, wie die regierungsnahe Zeitung «Global New Light Of Myanmar» bereits 2018 berichtet hatte.

USA und EU drohen mit Sanktionen

Das Militär hat sich am Montag in dem südasiatischen Land an die Macht geputscht und Suu Kyi und andere demokratisch gewählte Spitzenpolitiker festgesetzt. Am Montag verhängten die Streitkräfte einen einjährigen Ausnahmezustand über das südostasiatische Land mit knapp 54 Millionen Einwohnern. Die Flughäfen wurden gesperrt. Am Dienstag stellte die Armee ihr neues Kabinett vor, bestehend aus Generälen, ehemaligen hochrangigen Soldaten und Politikern einer vom Militär gestützten Partei.

Die USA und die EU drohen mit Sanktionen. Der UN-Sicherheitsrat in New York konnte sich aber zunächst nicht auf eine gemeinsame Haltung einigen.

(DPA, AFP)

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