26.09.2016 03:52

UpcyclingAus Berner Kaffeeabfall wird ein Beauty-Produkt

Statt in der Tonne landen Kaffeereste auf der Haut: Tom Derrington produziert ein Peeling aus Kaffeepulver. Es soll gegen Falten helfen.

von
cho

Tom Derrington mischt für 20 Minuten in der Küche sein Hautpeeling.

Mehrmals in der Woche fährt Tom Derrington abends mit seinem Velo in die Berner Altstadt. Dort holt er sich im Kaffee Einstein einen Sack voll Kaffeepulver – gebrauchtes Kaffeepulver: «Koffein ist etwas vom Besten für die Haut», sagt der 32-Jährige. Was sonst im Abfall landen würde, ist für ihn Gold wert, denn er produziert damit ein Körperpeeling.

«In Bern landen jährlich etwa 4000 Tonnen Kaffeepulver in der Tonne», sagt der gebürtige Engländer. Ganz im Sinne des Upcycling-Trends hat er sich vorgenommen, den vermeintlichen Abfall weiterzuverarbeiten – zu Buff Coffee Scrub, wie er sein Produkt nennt.

Die Mutter ausgelacht

Erst hatte er seine Mutter ausgelacht, als sie ihm erzählte, dass sie mit Koffein gegen ihre Falten kämpfen wolle. Aber nachdem er etwas recherchiert hatte, war er Feuer und Flamme für die Sache. Seither hat Derrington zusammen mit seiner Schwester Amy (41) an der optimalen Rezeptur getüftelt. Mehrere Monate hätten sie gemischt und getestet, was das Zeug hält. Der ganze Freundeskreis sei involviert gewesen.

Mit Erfolg, wie er sagt: «Wir haben ein Peeling entwickelt, mit dem man seine Haut verwöhnen kann und dabei erst noch ein reines Gewissen haben darf.» Denn für Buff würden nur biologische Zutaten verwendet und der Kaffee sei Fair-Trade. «Das Grundwasser weltweit ist voll mit Plastik, dagegen wollte ich ein Zeichen setzten.»

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Tom Derrington verwertet gebrauchtes Kaffeepulver aus der Berner Altstadt wieder: Er stellt daraus Buff Coffee Scrub her.

Tom Derrington verwertet gebrauchtes Kaffeepulver aus der Berner Altstadt wieder: Er stellt daraus Buff Coffee Scrub her.

20 Minuten/cho
Der 39-Jährige und seine Schwester Amy (41) tüftelten monatelang an der Rezeptur für das Kaffee-Peeling, bevor sie zufrieden waren.

Der 39-Jährige und seine Schwester Amy (41) tüftelten monatelang an der Rezeptur für das Kaffee-Peeling, bevor sie zufrieden waren.

zvg
Die ganze Familie des gebürtigen Engländers hilft bei der Herstellung von Buff in der heimischen Küche in Bern mit.

Die ganze Familie des gebürtigen Engländers hilft bei der Herstellung von Buff in der heimischen Küche in Bern mit.

20 Minuten/cho

Produktionsstätte Küche

Sein Produkt soll aber nicht nur biologisch abbaubar sein, sondern auch frisch. Aus diesem Grund produziert er mehrmals in der Woche – je nach Bestellungen: «Die Masse mischen wir in unserer kleinen Küche zusammen – die ganze Familie hilft jeweils mit.»

Die körnige Kaffeemasse gibt es bisher in in zwei Variationen: Mandarin und Pfefferminze. Die Beutel à 150 Gramm kosten 25 Franken und sind bisher lediglich übers Netz zu kaufen. Das Peeling soll aber in Zukunft auch im Detailhandel erhältlich sein: «Sollten wir mehr verkaufen, wird unsere kleine Küche zuhause für die Herstellung wohl nicht mehr reichen», so Derrington.

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