09.11.2020 15:54

Schnäppchen-ShoppingAus Black Friday wird jetzt Black November

Am Black Friday Ende November hat fast jeder Händler spezielle Sonderaktionen geplant – manche Anbieter läuten die Rabattschlacht nun bereits mit dem Monatsbeginn ein.

von
Raphael Knecht
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Black Friday ist eigentlich erst am 27. November.

Black Friday ist eigentlich erst am 27. November.

Foto: Keystone
Bei Media Markt erscheinen die ersten Sonderangebote bereits jetzt unter dem Namen Black November.

Bei Media Markt erscheinen die ersten Sonderangebote bereits jetzt unter dem Namen Black November.

Foto: RKN
Im Ausland ist es bereits üblich, Black-Friday-Schnäppchen über den ganzen Monat zu verteilen.

Im Ausland ist es bereits üblich, Black-Friday-Schnäppchen über den ganzen Monat zu verteilen.

Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Bei einigen Händlern beginnt der Black Friday mit dem Monat November.

  • In der Schweiz lanciert Media Markt unter dem Namen Black November Sonderangebote.

  • Amazon hat bereits seit dem 26. Oktober Pre-Sales zu Black Friday.

  • Je länger die Rabattschlacht dauert, desto stärker dürfte die Qualität der Angebote leiden.

Der Super-Shopping-Event zieht sich in die Länge: Der diesjährige Black Friday wird dieses Jahr in der Schweiz nicht nur am 27. November oder in der Woche davor stattfinden – manche Händler feiern den gesamten Monat als Black November.

So bietet etwa Media Markt Schweiz «Black November Flash Deals» an. «Es gibt keinen Tag ohne Aktion», sagt Sprecherin Stella Zeco zu 20 Minuten. Für den eigentlichen Black Friday seien dann aber schon noch spezielle Aktionen geplant – mehr Details wolle man dazu aber noch nicht nennen.

Amazon feiert Black Friday seit Oktober

Im Ausland gilt der November noch mehr als Shopping-Monat als in der Schweiz. Grosse US-Ketten wie Best Buy locken jetzt schon mit Early Black Friday Sales, der englische Kosmetikhändler Superdrug listet ebenfalls bereits seine Black-Friday-Deals und Amazon.de hat die ersten Black-Friday-Angebote schon am 26. Oktober aufgeschaltet.

Im Gegensatz zum Ausland hat sich der Black November in der Schweiz aber noch lange nicht etabliert, sagt Philipp Rössel von Checkout Charlie: «Dass man jetzt bereits so aggressiv mit der Begrifflichkeit ‹Black …› arbeitet, ist hierzulande eher die Ausnahme», sagt der Schweiz-Chef des Unternehmens, das auch für 20-Minuten-Leser Coupons bereitstellt. Selbst Media-Markt nutze derzeit zwar den Begriff Black November, ähnliche Aktionen biete der Händler aber regelmässig über das ganze Jahr an.

Die Ausdehnung der Schnäppchenzeit habe für Konsumenten den Vorteil, dass sie mehr Zeit haben, um die Aktionen zu vergleichen und auszuwählen, sagt Urs Schmidig von Couponplus. Sein Unternehmen organisiert unter anderem die Superdeal-Angebote mit 20 Minuten. Wenn der Black Friday nicht mehr nur an einem Tag stattfinde, sei allerdings der «Thrill» am 27. November selbst etwas kleiner, so Schmidig.

Für den Kunden könnte die Verlängerung der Schnäppchenzeit aber auch ein Nachteil sein, sagt Julian Zrotz von Blackfridaydeals.ch: «Kein Händler kann es sich leisten, während eines ganzen Monats ‹unglaublich gute› Angebote zu haben – dafür sind die Margen einfach zu tief.» Je länger die Black-Friday-Zeit also andauert, umso eher leidet die Qualität der Angebote.

27. November

Black Friday 2020

Der Black Friday findet jedes Jahr am Freitag nach dem US-Feiertag Thanksgiving statt. Dieses Jahr fällt der Shopping-Tag auf den 27. November. Die Schweizer Händler haben im Vorjahr geschätzt 450 Millionen Franken Umsatz an einem Tag erzielt. Experten erwarten dieses Jahr insbesondere wegen der Pandemie eine noch stärkere Verschiebung der Verkäufe in den Onlinehandel. Zudem könnte es sein, dass die Rabatte dieses Jahr grösser ausfallen, weil die Händler versuchen dürften, die gedämpfte Konsumentenstimmung zu heben.

Rössel von Checkout Charlie findet, man sollte den Begriff Black Friday nicht überstrapazieren: «Die meisten, die vorhaben, dann etwas zu kaufen, warten eh bis zur Black-Friday-Woche, und dem Rest ist es egal, wie die Aktion heisst.»

Generell müsse man als Händler aufpassen, dass man mit dauernden Aktionen nicht zur Rabattschleuder wird. Rössel nennt das Beispiel des deutschen Baumarkts namens Praktiker: Der warb regelmässig mit 20 Prozent auf das gesamte Sortiment. Irgendwann kamen die Kunden nur noch, wenn die 20 Prozent gewährt wurden, und das Unternehmen machte letztlich Bankrott. Später wurden allerdings die Namensrechte weiterverkauft – darum gibt es mittlerweile wieder einen Onlineshop namens Praktiker.

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80 Kommentare
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Lottchen

10.11.2020, 11:24

Ich mag lieber black Sabbath😎🤘

Corina

09.11.2020, 18:54

Der Black Friday ist so etwas "Krankes". Überall verstopfte Strassen und überfüllte Geschäfte. Wenn man von der Arbeit heim möchte ist es nichts anderes als nervend wenn alles steht und nichts mehr geht. Müssen wir eigentlich alles von den Ami's übernehmen?! Unsere Detailhändler bieten schon genug Vergünstigungen unter dem Jahr an. Da muss alles konzentriert auf einen Tag fallen.

istvolllunfairrdankeEuch

09.11.2020, 18:05

Ist schon krass, für schlappe 3600 muss man sich als verkäuferin oder verķäufer jeden tag 1000 virenschleudern aussetzen