FC St. Gallen: Aus dem Windschatten zum Meistermacher?
Aktualisiert

FC St. GallenAus dem Windschatten zum Meistermacher?

Der FC St. Gallen legt im Windschatten der Spitzenteams Basel und GC eine starke Saison hin und kann am Mittwoch im Titelkampf das Zünglein an der Waage spielen.

von
Eva Tedesco
FCSG-Trainer Jeff Saibene und sein Assistent Daniel Tarone legen grossen Wert auf die Fitness der Mannschaft.

FCSG-Trainer Jeff Saibene und sein Assistent Daniel Tarone legen grossen Wert auf die Fitness der Mannschaft.

Der GC-Sieg in der letzten Minute hat nicht nur die Basler geschockt, sondern auch dem FC St. Gallen etwas wehgetan. Im Kampf um Platz 2 wäre es den Ostschweizern gelegen gekommen, hätte GC gegen den FCB Punkte gelassen. Einen Vier-Punkte-Rückstand auf die Zürcher wettzumachen wird schwieriger. Zumal die Espen am letzten Spieltag noch auswärts beim FC Basel gastieren.

Im Windschatten der Spitzenteams konnte der FCSG seine Spiele in Ruhe abspulen. Während der FC Basel am Mittwoch sein 61. Pflichtspiel absolviert (20 Europacupspiele mehr gegenüber der Ligakonkurrenz) und GC im Cup zusätzlich noch engagiert war, konnte sich der FCSG durch das frühe Aus im Schweizer Cup (Achtelfinal im letzten Dezember gegen den FCA) nur auf die Meisterschaft konzentrieren und die Fitness auf konstantem Niveau halten, ohne das die Leistung abfiel.

Topfit bis zur letzten Runde

«Die Mannschaft kann über neunzig Minuten voll gehen. Auch am Saisonende sind die Spieler noch topfit und in der Lage, mit fünf bis sechs Spielern in den Schlussminuten eines Spiels einen Konter zu fahren», sagt Assistenztrainer Daniel Tarone. «Für unseren offensiv ausgelegten Fussball mit viel Bewegung, einer hohen Laufbereitschaft und Ballbesitz ist eine gute Fitness unabdingbar und kann gegenüber Mannschaften wie zum Beispiel den FCB, der eine lange und sehr intensive Saison hinter sich hat, in der Schlussphase der Meisterschaft durchaus zum Vorteil werden.» Und es sei auch notwendig, weil der FCSG nicht über ein so breites Kader wie die Bebbi und wohl auch GC verfüge.

Die Basis habe man in der Vorbereitung gelegt, die Tarone als «sehr, sehr streng» bezeichnet. Selbst während der Saison werden laufend Tests durchgeführt. «Wir arbeiten mit dem Jo-Jo-Test, dem bekanntesten Test in der Leistungsdiagnostik – immer unter denselben Bedingungen.» Spieler, die seit längerer Zeit bei den Espen spielten, seien «extrem gut beisammen», sagt Tarone, das könne man an den Datenblättern der Spieler immer kontrollieren.

«Besser können die Voraussetzungen nicht sein»

Die Espen sind gerüstet für GC. «Wir haben eine hervorragende Saison gemacht und können vor allem eine sehr gute Heimbilanz vorweisen», so Tarone. Tatsächlich trifft beim Duell am Mittwoch das heimstärkste Team (St. Gallen) auf die beste Auswärtsmannschaft (GC) in dieser Saison. Von 17 Partien vor eigener Kulisse können die Espen zehn Siege und fünf Remis vorweisen und haben lediglich zwei Partien verloren, während GC auf fremdem Terrain dreizehn Siege, drei Remis und lediglich eine Niederlage in der Statistik der Saison 2012/13 vermerken kann.

Aber auch wenn die Ostschweizer in der Tabelle noch «nach oben schielen», geht es den Espen nicht darum, das Zünglein an der Waage zu spielen. Trainer Jeff Saibene: «Für uns geht es um einen weiteren positiven Heimauftritt. Für GC geht es um den Meistertitel – besser könnten die Voraussetzungen kaum sein.» Verzichten muss Saibene auf Philippe Montandon. Der Captain und Abwehrchef hat sich im Auswärtsspiel gegen Thun eine Hirnerschütterung zugezogen und ist noch nicht fit. Verletzt ist auch Kristian Nushi (muskuläre Probleme), fraglich ist zudem Sébastien Wüthrich (Knie).

Der Jo-Jo-Test Der bekannteste Test in der Leistungsdiagnostik ist der

Der Jo-Jo-Test Der bekannteste Test in der Leistungsdiagnostik ist der

Jo-Jo-Test, den der Däne Jens Bangsbo entwickelte. Die Testpersonen laufen eine vorgegebene Strecke nach einer Zeitvorgabe, die immer schneller wird. Der Test ist beendet, wenn die Testperson die Laufgeschwindigkeit nicht mehr halten kann. Nach dem Test können individuelle Trainings-Empfehlungen abgegeben werden.

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