Winterthur ZH: Aus der Sicht von fünf Kontinenten
Aktualisiert

Winterthur ZHAus der Sicht von fünf Kontinenten

Die Eulachstadt aus ganz ungewöhnlichen Blickwinkeln: Fünf junge Regisseure aus allen fünf Kontinenten drehen Kurzfilme in Winterthur.

von
Raffaela Moresi
Die Filmer Akriso, Francis, Yepes, Toktobayev und Isailovic. Foto: ivana lalovic

Die Filmer Akriso, Francis, Yepes, Toktobayev und Isailovic. Foto: ivana lalovic

Als der Anruf aus Winterthur kam, gab es für den 37-jährigen Australier Adrian Francis kein Halten mehr: Er kündigte kurzerhand seinen Job und sagte begeistert zu. «Auf der anderen Seite der Welt einen Film zu drehen, bei dem der künstlerischen Freiheit kaum Grenzen gesetzt sind – eine solche Chance kriegt man nicht oft.» Francis ist einer von fünf Regisseuren, die in den nächsten Wochen in der Eulachstadt fünf Kurzfilme drehen. Thema: «Winterthur – eine Schweizer Industriestadt im Wandel». Dass dabei keine 08/15-Beiträge entstehen, garantiert schon die Herkunft der Filmschaffenden. Sie kommen aus allen fünf Kontinenten der Erde: Australien, Kirgistan, Serbien, Peru und Äthiopien. «Jeder wählt dabei seine eigene Sicht auf die Schweiz und auf die Stadt», sagt Projektleiterin Ivana Lalovic (29). So wird Francis etwa einen Winterthurer Jäger porträtieren, den er zufällig auf der Strasse entdeckte. Der Äthiopier Dirbdil Assefa Akriso wagt einen Blick auf die hiesigen Friedhöfe. «Er war geschockt, dass die meisten Leute hierzulande kremiert werden, und beschloss, dies zu ­seinem Thema zu machen», so Lalovic. Unterstützt werden die Regisseure bei ihren Dokumentationen von Filmstudenten der Zürcher Hochschule der Künste. Die fertigen Werke werden dann am 11. November im Casinotheater Winterthur an den Internationalen Kurzfilmtagen ihre Weltpremiere feiern.

www.kurzfilmtage.ch

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