GC-Investor ist pleite: Aus der Traum vom vielen Geld

Aktualisiert

GC-Investor ist pleiteAus der Traum vom vielen Geld

300 Millionen hätten GC zum Ligakrösus und zu einer Topadresse im europäischen Fussball werden lassen können. 300 Millionen hätten den Schweizer Fussball revolutioniert. 300 Millionen hätten, hätten, hätten...

von
Patrick Toggweiler

Es gibt kein Geld, nur einen Haufen Schulden – so die knappe Zusammenfassung der Erkenntnisse, welche heute im «Blick» über den sagenumwobenen GC-Investor veröffentlicht werden. Die Posse hat ein Ende. GC wird nicht einer der wenigen Fussballklubs sein, der mit gestärkter Brust aus der Finanzkrise schreitet. Im Gegenteil: GC wurde in aller Öffentlichkeit vorgeführt.

Die Informanten wollten Geschenke

Wie kam diese Geschichte überhaupt an die Öffentlichkeit? Nach eigenen Angaben meldeten sich zwei Informanten beim «Blick». Für ihre Geschichte wollten sie Geschenke – für den Investor, versteht sich. Anfänglich ein Wochenende in den Bergen, zufrieden waren sie dann aber auch mit einem Blumenstrauss und Parfüm für die Ehegattin des angeblichen Mäzens. Sogar das wurde vertraglich festgehalten. Als Gegenleistung darf ein «Blick»-Redaktor ins Baur au Lac – miterleben, wie GC über den Tisch gezogen wird.

Verträge wurden unterzeichnet

Tatsächlich unterschrieben Erich Vogel, Heinz Spross und Volker Eckel – so der Name des Investors – einen Vertrag. Alles dokumentiert vom «Blick»-Journalisten, der aufgefordert wird, beim nächsten Spiel neben dem Mäzen Platz zu nehmen. Die totale Inszenierung – ohne Geld. Denn Eckel ist pleite, das belegen Recherchen des «Blicks». Eckel selber soll über 40 000 Franken Schulden haben, seine Frau steht gar mit über 60 000 Franken in der Kreide.

Was soll das Ganze?

Offen bleiben die Beweggründe des Hochstaplers Eckel. Einmal in der GC-VIP-Loge einen Match gegen Vaduz sehen? Das kann wohl kaum Motivation genug sein. Einmal die Medien so richtig aufmischen? Zum Preis der eigenen Blossstellung? Viele unbeantwortete Fragen – und wenn eine Aktion so viele Münder und Fragen offen lässt, bar jeglicher rationaler Motivation aber bis in die letzte Konsequenz trotzdem durchgezogen wird, dann kann es sich eigentlich nur um etwas handeln: um Kunst.

Einer von Vielen

Das Phänomen Eckel – wenn er denn so heisst - reiht sich nahtlos in die Liga diverser vermeintlicher Geldgeber im Schweizer Fussball ein: Igor Belanow bei Wil, Gilbert Kadji bei Sion, Waldemar Kita in Lausanne oder Marc Roger bei Servette. Sie alle versprachen, hielten aber nicht. GC muss sich nun nach einem neuen Geldgeber umsehen, denn die Lizenz für die kommende Super-League-Saison fehlt weiterhin.

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