31.07.2020 18:08

Kaum zu glauben

Dieser Winzling wird einmal so schwer wie ein Auto

Grösser könnte der Kontrast nicht sein: Ausgewachsen sind Mondfische gigantisch. Doch ihre Babys sind so klein, dass gut ein Dutzend von ihnen auf eine Fingerspitze passt.

von
Fee Anabelle Riebeling

Darum gehts

  • Erwachsene Mondfische sind gigantisch.
  • Ihre Babys sind genau das Gegenteil davon.
  • Mit einer Grösse vom fünf Millimetern sind sie rund 600-mal kleiner.
  • Das machte es so schwierig, sie zuzuordnen.
  • Für die Art Mola alexandrini ist das nun gelungen.

Mondfische gehören zu den seltsamsten Kreaturen der Ozeane. Ausgewachsen haben sie die Form eines riesigen Pfannkuchens, wirken aber von der Seite gesehen fast kugelrund. Sie können bis drei Meter gross werden und gegen zwei Tonne wiegen. Sie leben in grossen Tiefen, wo sie Quallen jagen, kommen aber ab und zu an die Meeresoberfläche, um sich aufzuwärmen.

Bisher sind sechs Arten von ihnen bekannt, drei davon sind in australischen Gewässern beheimatet. Weitgehend unbekannt war dagegen, wie die Nachkommen jeder einzelnen aussehen. Dies ist nun zumindest für Mola alexandrini geklärt, wie das Australian Museum in Sydney mitteilt. Dabei handelt es sich um eine besonders seltene und weitgehend unbekannte Mondfischart.

Augapfel entfernt, DNA entnommen

Möglich machte das die DNA-Sequenzierung. Dafür entfernte das Team um Meeresbiologin Marianne Nyegaard von einer im Jahr 2017 vor der Küste von New South Wales gefundenen und seither in Alkohol konservierten Larve den Augapfel, aus dem dann DNA extrahiert und analysiert wurde. Dadurch, so heisst es in der Mitteilung, hätte man die Schäden an dem seltenen und nur 5 Millimeter kleinen Exemplar so gering wie möglich halten können. Anschliessend verglichen sie die DNA mit genetischen Proben von erwachsenen Mondfischen und fanden eine Übereinstimmung mit M. alexandrini.

Die Forscher haben erklärt, in weiteren Untersuchungen noch mehr über die Babys der Mondfische und damit mehr über die ungewöhnlichen Fische herauszufinden. Das sei wichtig, denn «wenn wir diese Meeresgiganten schützen wollen, müssen wir ihre gesamte Lebensgeschichte verstehen», so Nyegaard. Dazu gehöre auch, zu wissen, wie die Larven aussehen und wo sie vorkommen.

«Duckface und Anime-Augen»

Neben der wissenschaftlichen Bedeutung verzückt auch das Aussehen der Winzlinge, das laut Noizz.de an eine «Mischung aus Goldtaler, Cinimini und Schneeflocke – mit Duckface und Anime-Augen in Übergrösse» erinnert. Der Autor dieser Worte hat Recht – so gross die Kolosse ausgewachsen sind, so süss sind sie zu Beginn ihres Lebens (siehe Video).

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6 Kommentare
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TheSaint

31.07.2020, 19:54

Grower not a shower

Herr Breötigän

31.07.2020, 18:41

lasst die Tiere in Ruhe !

MondfischBaby

31.07.2020, 18:39

Einfach nur "Jööö"