Sozialhilfe-Betrüger: Aus finanzieller Gier dreifach abgesahnt

Aktualisiert

Sozialhilfe-BetrügerAus finanzieller Gier dreifach abgesahnt

Ein marokkanischer Familienvater aus Oberweningen hat SUVA-Beträge, Arbeitslosenhilfe und Fürsorgegelder ertrogen. Nun wurde der geständige Mann zu sechs Monaten Haft verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Obwohl der heute 39-jährige Nordafrikaner bereits sechs Vorstrafen auf dem Kerbholz hat, hinterliess er vor Gericht nicht den Eindruck eines hartgesottenen Kriminellen. Immer wieder brach er in Tränen aus und berichtete über sein schlechtes Gewissen. So könne er nur noch mit der Hilfe von Medikamenten schlafen, sagte er aus.

Die Vorwürfe der Anklageschrift waren nicht mehr bestritten. Diese setzte im März 2009 ein, als die Gemeinde Oberweningen gegen den Beschuldigten wegen einer Betreibung eine Pfändung vollzog. Dabei gab der Marokkaner wahrheitswidrig an, dass er lediglich über die Einkünfte der Arbeitslosenkasse verfüge. Dabei verschwieg er, dass er auch von der SUVA hohe Geldbeträge erhalten hatte.

Gleich dreifach Gelder bezogen

Als der Angeklagte im Frühjahr 2011 aufflog, kam sogar heraus, dass er auch noch zusätzlich zu Unrecht Sozialhilfe bezogen hatte. So hatte er bei den verschiedenen sozialen Institutionen gleich dreifach abgesahnt.

Die Staatsanwaltschaft ging von Gewerbsmässigkeit des überführten Täters aus und klagte den geständigen und heute geschiedenen Vater als Profibetrüger ein. Der zuständige Ankläger errechnete einen gesamten Deliktsbetrag von über 143 000 Franken. Der Strafantrag lautete auf 18 Monate Freiheitsentzug. Sechs Monate davon unbedingt.

Kranke Eltern als Tatmotiv

Vor Gericht stellte die Verteidigung einen Gegenantrag und schloss ein gewerbsmässiges Handeln seines arabisch sprechenden Klienten aus. Aufgrund des umfassenden Geständnisses seien neun Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung angemessen. Der Angeklagte selber gab die finanzielle Unterstützung seiner erkrankten Eltern als Tatmotiv an.

Das Gericht kaufte dem Angeklagten seine angeblich hehren Gründe nicht ab und sprach schlicht von finanzieller Gier. Allerdings kamen die Richter bei ihren Berechnungen auf einen deutlich tieferen Deliktsbetrag von insgesamt 67 000 Franken. Was sich jedoch nur wenig auf das Strafmass auswirkte. So setzte das Gremium wegen gewerbsmässigen Betrugs eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten fest. Sechs Monate davon unbedingt. Als klare Massnahme, um einen Rückfall zu verhindern, wie der Vorsitzende zum Schluss erklärte.

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