Aus für Djokovic

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Aus für Djokovic

Auch für Novak Djokovic wachsen die Bäume nicht in den Himmel: Der bisher erfolgreichste Tennisspieler des Jahres scheiterte im Startmatch auf Key Biscayne sensationell mit 6:7 (1:7), 6:3, 4:6 am Qualifikanten Kevin Anderson (SA/ATP 122).

Respektlos, offensiv und sich auf einen hervorragenden Aufschlag abstützend: Mit diesen Qualitäten bot der 21-Jährige dem Favoriten Paroli. Erstaunlich war vor allem wie der 200 Zentimeter lange Anderson von der Grundlinie gut mitspielte. Entgegen kam ihm allerdings auch, dass «Nole» fünf Tage nach dem Triumph in der kalifornischen Wüste von den Anstrengungen noch gezeichnet schien und zumeist einen Schritt zu spät war. Anderson, vor drei Wochen in Las Vegas erstmals Finalist bei einem ATP-Turnier, liess sich nicht zweimal bitten und konnte nach fast zweieinhalb Stunden den grössten Sieg seiner Karriere bejubeln.

Djokovic, das jüngste Mitglied der «Top 3» und nach den Turniersiegen bei den bisher grössten Rendez-vous des jahren beim Australian Open und in Indian Wells, wird dadurch vorerst deutlich zurückgebunden, nachdem er erst in Kalifornien den Rückstand auf Rafael Nadal halbiert hatte. Im Vorjahr hatte er in Miami den ersten ganz grossen Titelgewinn seiner Karriere gefeiert und wird dadurch im Ranking nun fast 500 Zähler einbüssen. Roger Federer wird damit nach Miami im Mimimum einen Vorsprung von mehr als eineinhalb Grand-Slam-Turnieren auf den Serben aufweisen.

Schnyders Jubiläumssieg

Entscheidend für Schnyders Weiterkommen war letztlich der Startsatz, als sie bei 4:6 zwei Satzbälle und bei 7:8 einen weiteren abwehrte. In dieser Phase funktionierte ihre Longline- Rückhand sehr gut, damit verwertete sie auch den eigenen Satzball. Im Schlussdurchgang war Schnyder dann auch konditionell überlegen und kam schliesslich doch noch sicher zu ihrem 10. Sieg in Miami. An ihre letzte Gegnerin hat sie ungute Erinnerungen: Gegen die 23- jährige Estin gewann sie im Vorjahr ebenfalls in Südflorida beim bisher einzigen Duell nur gerade fünf Games.

Bartoli und Radwanska out

Mit dem Eingreifen der Gesetzten wurde das Turnier lanciert und auch im Frauen-Tableau hat es schon einige Mitglieder des erweiterten Favoritenkreises erwischt. Wimbledon-Finalistin Marion Bartoli (Fr/9) war nicht unerwartet gegen den dänischen Shooting- Star Caroline Wozniacki (WTA 43) chancenlos. Und Agnieszka Radwanska (Pol/17) musste sich der gerade 15 Jahre alt gewordenen Portugiesin Michelle Larcher De Brito (WTA 255) beugen.

Federer gegen Monfils, Wawrinka gegen Söderling

Roger Federer trift in seinem ersten Spiel in der Nacht auf Sonntag auf Gael Monfils (ATP 65). Der Franzose setzte sich eher überraschend 6:7 (8:10), 6:3, 6:3 gegen John Isner (ATP 87) durch.

Für Monfils war es der erste Sieg im Tennisjahr. In seinen bisherigen zwei Einsätzen hatte er gegen Tomas Berdych und Mario Ancic insgesamt nur gerade zehn Games gewonnen. Federer hat bisher einmal gegen den in Nyon wohnhaften Franzosen gespielt und 2006 in Doha 6:3, 7:6 (7:5) gewonnen.

Auch Stanislas Wawrinkas erster Gegner ist bekannt. Der Romand bekommt es mit dem unberechenbaren Schweden Robin Söderling (ATP 39) zu tun, der Stefan Koubek (ATP 58) nur ein Game überliess. Dies Partie lässt allerdings kaum Rückschlüsse zu, war der Österreicher doch in der Vorbereitung durch eine Fussverletzung arg handicapiert gewesen. Wawrinka führt im Head-to-Head nach einem denkwürdigen Fünfsatzsieg beim US Open 2006 1:0.

(si)

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