Höhenklinik: Aus für Kinderklinik in Davos

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HöhenklinikAus für Kinderklinik in Davos

Die Alpine Kinderklinik in Davos (AKD) soll nach 87 Jahren geschlossen werden. Das Bündner Gesundheitsamt entzog ihr die Betriebsbewilligung.

Die letzte Schweizer Höhenklinik für Kinder verfügte über keine medizinische Leitung mehr. Die Kinderklinik wurde angewiesen, alle 14 noch in Behandlung stehenden Patientinnen und Patienten bis am Dienstagabend in andere Kliniken und Spitäler zu verlegen oder nach Hause zu entlassen. Von der Schliessung sind rund 70 Angestellte betroffen.

Die Kinderklinik kann beim Kanton Graubünden um eine neue Betriebsbewilligung ersuchen, sobald sie wieder über eine medizinische Leitung verfügt, wie das Gesundheitsamt am Montag mitteilte. Die Verfügung des Amtes kann zudem innert 30 Tagen beim Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit angefochten werden.

Besitzerin der Klinik ist eine Stiftung, die vom Rechtsanwalt und früheren Davoser Landammann Luzius Schmid präsidiert wird. Er war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Ein Rauswurf und ein Rückzug

Der Stiftungsrat hatte zuletzt noch versucht, ein Dreiergremium mit bereits an der Kinderklinik tätigen Ärzten als Leitung zu installieren. Der Haken dabei war, dass zwei Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin dem Gesundheitsamt meldeten, nicht als medizinische Leiter zur Verfügung zu stehen.

Die gröberen Probleme in der medizinischen Leitung der Klinik begannen, als der Stiftungsrat Chefarzt Bruno Knöpfli letzten Dezember kündigte und sofort freistellte. Interimistisch wurde die Klinik danach von Roger Lauener von der Hochgebirgsklinik Davos geführt. Lauener zog sich jedoch im März von seinem Engagement zurück. (sda)

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