Aktualisiert 19.10.2004 11:54

Aus für Regionaljet Dornier

Die Rettung des insolventen Flugzeugbauers Fairchild Dornier mit seinem 728Jet-Programm ist endgültig gescheitert.

Es sei nicht gelungen, einen Investor zu finden, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters am Dienstag in München.

Man habe «mit allen Grossen» der Branche gesprochen, erklärte der in der Kanzlei des Insolvenzverwalters tätige Rechtsanwalt Stephan Ammann. Vor allem die Kosten zur Fertigstellung des Regionaljet-Programms, die auf 800 Mio. Euro geschätzt würden, hätten potenzielle Investoren abgeschreckt.

Die zuletzt noch 25 Mitarbeiter seien fast alle bereits gekündigt gewesen oder hätten selbst gekündigt und mittlerweile einen neuen Arbeitsplatz gefunden, sagte Ammann. Das Programm stand bereits seit längerer Zeit vor dem Aus.

Nach der Pleite des ehemaligen Eigentümers Fairchild Dornier war die chinesische D'Long-Gruppe eingestiegen, die den Regionaljet ursprünglich in Deutschland fertigen wollte. Im Sommer dieses Jahres mussten aber die Chinesen selbst Insolvenz anmelden.

Als Fairchild Dornier im April 2002 einen Insolvenzantrag stellte, hatte das Unternehmen noch 4300 Mitarbeiter, davon 3600 in Deutschland.

RUAG profitierte

Die beiden rentablen Bereiche Flugzeugunterhalt und Strukturbau gingen in der Folge an den Schweizer Rüstungs- und Technologiekonzern RUAG. Die RUAG übernahm die beiden Teile Ende 2002 und sicherte sich damit einen besseren Zugang zur europäischen Branchenführerin EADS, der Muttergesellschaft von Airbus und Eurocopter.

In Oberpfaffenhofen bei München werden grosse Strukturbauteile für Airbus gefertigt. Zudem wird dort ein Service-Center für Geschäftsflugzeuge betrieben.

(sda)

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