Neues Medikament: Aus Klebeband wird Schmerzpflaster
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Neues MedikamentAus Klebeband wird Schmerzpflaster

Der Klebeband-Hersteller Tesa will vom wachsenden Medizinmarkt profitieren und gross ins Geschäft mit Schmerzpflastern einsteigen.

Den Markt für diese Produkte schätzt das Hamburger Unternehmen weltweit auf 1 Milliarde Euro, wie Tesa auf seiner Jahrespressekonferenz am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilte. Industrievorstand Robert Gereke sagte, das Medizingeschäft habe eine hohe Gewinnmarge und sei auch in Krisenzeiten stabil.

Um auf dem Markt von Schmerzpflastern zu wachsen, kaufte die Tochter des Kosmetikkonzerns Beiersdorf die Firma Labtec aus Langenfeld bei Köln, die derartige Pflaster gemeinsam mit Pharmaunternehmen entwickelt. Die Streifen sollen in einer neuen Tesa-Produktionsanlage in Hamburg hergestellt werden.

Kein Umweg über den Magen

Bei den arzneimittelhaltigen Pflastern handelt es sich um eine relativ neue Erfindung in der Medizinwelt. Gegenüber Tabletten haben die Streifen den Vorteil, dass der Wirkstoff konstant über viele Sunden oder Tage über die Haut ins Blut abgegeben wird und nicht den Umweg über Magen und Leber nehmen muss.

Schmerzpflaster sind besonders für schwer kranke Patienten geeignet, die nicht mehr schlucken können. Ein ähnliches Produkt sind Streifen, die auf die Zunge gelegt und nicht mehr geschluckt werden müssen. Tesa ist auch bei der Herstellung von Diagnosestreifen, etwa für die Bestimmung des Blutzuckerspiegels, aktiv.

(dapd)

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