Wohnungsnot in Zürich: Aus leeren Büros werden Wohnungen
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Wohnungsnot in ZürichAus leeren Büros werden Wohnungen

In Zürich machen Eigentümer aus Büros leere Wohnungen – trotzdem kann dies die Wohnungsnot nicht beheben.

von
jen
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An der Zentralstrasse 37 in Wiedikon wird künftig nicht mehr gearbeitet, sondern gewohnt. Die Zuger Firma Moser Bau Immobilien AG lässt das Gewerbehaus zu Eigentumswohnungen umnutzen und umbauen.

An der Zentralstrasse 37 in Wiedikon wird künftig nicht mehr gearbeitet, sondern gewohnt. Die Zuger Firma Moser Bau Immobilien AG lässt das Gewerbehaus zu Eigentumswohnungen umnutzen und umbauen.

zvg
Blick in eine Eigentumswohnung.

Blick in eine Eigentumswohnung.

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Mit dem Projekt Town Town will die Immobilienfirma dem Umstand entgegenwirken, dass in Zürich 208'000 Quadratmeter Büroflächen frei stehen, aber es gleichzeitig in der Stadt Zürich an Tausenden von Wohnungen fehlt.

Mit dem Projekt Town Town will die Immobilienfirma dem Umstand entgegenwirken, dass in Zürich 208'000 Quadratmeter Büroflächen frei stehen, aber es gleichzeitig in der Stadt Zürich an Tausenden von Wohnungen fehlt.

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An der Zentralstrasse 37 in Wiedikon wird künftig nicht mehr gearbeitet, sondern gewohnt. Die Zuger Firma Moser Bau Immobilien AG lässt die Räume des Gewerbehauses zu Eigentumswohnungen umbauen, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Mit dem Projekt Town Town will die Immobilienfirma dem Umstand entgegenwirken, dass in Zürich 208'000 Quadratmeter Büroflächen leerstehen, aber es gleichzeitig in der Stadt Zürich an Tausenden von Wohnungen fehlt.

Der Ansatz scheint zukunftsträchtig. Denn: Das Missverhältnis zwischen der hohen Leerquote an Büroräumen und zu wenigen Wohnungen besteht seit über zehn Jahren. Seither haben einige Eigentümer ihre Bürohäuser zu Wohnungen umgenutzt oder Büroliegenschaften ganz abgerissen, wie beispielsweise zwischen der Brauer- und Dienerstrasse.

Diverse Hürden bei Umnutzung

Die Stadt Zürich erfasst diese Umnutzung von Büroflächen nicht statistisch, aber «wir stellen eine Trendwende fest», sagt Fabian Korn, Sprecher des städtischen Hochbaudepartements. In den 80er- und 90er-Jahren bauten Hausbesitzer ihre Wohnungen zu Büros um. Heute geschehe das Umgekehrte.

Doch ganz so einfach ist eine Umnutzung von Büroliegenschaften zu Eigentumswohnungen nicht. Es stellen sich diverse Hürden: Büros müssen sich in einer Wohn- oder Mischzone befinden, nicht in der Industrie- oder Gewerbezonen. Ausserdem sind viele Bürohäuser zu breit gebaut, um darin zu wohnen. Das Tageslicht kann so nicht bis in die Mitte des Hauses vordringen.

Mit Büros höhere Rendite erwirtschaften

Weiter sind zeitgemässe und gut erschlossene Büros in Zürich relativ gut zu vermieten. Ältere Liegenschaften werden deshalb oft durch neue Büros ersetzt. Hinzu kommt, dass man mit Büros höhere Renditen meist erwirtschaftet als mit Wohnungen.

Marcel Scherrer von Wüst & Partner glaubt aufgrund dieser Hindernisse nicht, dass Zürcher künftig zu Tausenden Büroflächen beziehen. «Die Umnutzung wird wohl nur in ausgewählten Häusern zum Tragen kommen», sagt er.

Bei der Stadt Zürich begrüsst man das. Der Stadtrat will nicht nur den Bau günstiger Wohnungen vorantreiben, sondern auch ausreichend Gewerberaum erhalten. Rita Grossweiler sagt aber, dass durch das Projekt Town Town jüngere, wohlhabendere Menschen in die Stadt kommen. Davon würde Zürich steuerlich profitieren.

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