WM 2022: Aus oder nicht aus? Japans Tor sorgt für Diskussionen

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Katar 2022Japans Siegtor sorgt für deutsches WM-Debakel und Diskussionen

Japan sichert sich mit einem 2:1 gegen Spanien den Gruppensieg. Um den Siegtreffer gibt es jedoch heisse Diskussionen – viele sind der Meinung, dass der Treffer nicht hätte zählen dürfen. Dabei ist der Fall klar. 

von
Nils Hänggi

Um dieses Tor geht es. 

SRF

Darum gehts

  • Deutschland fliegt aus der WM in Katar. 

  • Doch das Aus sorgt für heftige Diskussionen. 

  • Diskutiert wird vor allem das 2:1-Siegtor von Japan. 

Japans 2:1-Siegtor im Gruppenspiel gegen Spanien, das für Deutschland letztlich das WM-Aus bedeutete, sorgt für Debatten. Kaoru Mitoma hatte nach der Pause den Ball von der Torauslinie gekratzt und in die Mitte gespielt, wo Ao Tanaka die Kugel über die Linie drückte. 

Referee Victor Gomes aus Südafrika stand mehrere Minuten auf dem Rasen und wartete, bis die Überprüfung des Video Assistant Referees (VAR) vorbei war. Dann gab Gomes das Tor, das Japan am Ende den Gruppensieg und Deutschland das vorzeitige WM-Aus bescherte.

«Das ist eine Millimeter-Entscheidung»

Dieser korrekte Entscheid gefiel nicht allen. Twitter-User regten sich auf. Eine Userin schrieb erbost: «Infantino hat unser Ausscheiden gut orchestriert.» Dazu postete sie zwei Fotos des Spiels, die Fehlentscheide des Referees beweisen sollen. Jemand anders schrieb zu einem Foto der Szene: «Trotz Videobeweis wird dieses Tor für Japan einfach gegeben.» Es gab aber auch andere Stimmen, solche, die der gleichen Meinung wie der Schiri waren. So stellten sie das Ganze daheim nach und kamen zum Schluss: Der Ball war noch im Feld. 

Und auch andere Fussball-Exponenten waren sich uneins. «Das ist eine Millimeter-Entscheidung. Wenn ich das so sehe, würde ich sagen, das ist okay», sagte TV-Expertin Almuth Schult am Abend in der ARD. Spaniens Trainer Luis Enrique war von den im Netz kursierenden Bildern regelrecht irritiert. «Ich habe ein Bild gesehen, das muss manipuliert sein. Das kann nicht das wirkliche Bild sein. Es muss manipuliert sein», sagte Enrique kurz nach Mitternacht im Pressekonferenzraum des Chalifa International Stadions von Al-Rajjan. 

Sensoren bestätigen es 

Ex-Fussball-Star Michael Ballack meinte im Magenta-Studio: «Die Entscheidung ist kontrovers und falsch. Du hast eine eventuelle Aus-Entscheidung, die nicht klar belegbar ist, korrigiert. Sie haben es korrigiert, obwohl es nicht beweisbar ist, weil es keine Torlinien-Entscheidung ist.» Zur Erklärung: Im Gegensatz zur Torlinie gibt es bei der Torauslinie kein automatisches technisches Hilfsmittel. Es war deshalb eine der längsten Video-Überprüfungen bei diesem Turnier. Gomes sah sich die Szene nicht selbst am Monitor an, sondern bekam die Entscheidung aufs Ohr.

Die Fussball-Experten von Collinas Erben nahmen sich der Szene auch an. Auf Twitter schrieben sie: «Wird in einer Situation das Tor gegeben, dann kann der VAR nur eingreifen, wenn sich zweifelsfrei belegen lässt, dass der Ball zuvor im Toraus war. Ansonsten bleibt es bei der getroffenen Entscheidung, also dem Tor.»

Ein Journalist von ESPN twitterte, dass er Zugriff auf das Video der Torlinienkamera erhalten habe und dieses beweise, dass der Ball im Spielfeld gewesen sei. Auch Schiri-Experte Patrick Ittrich unterstützte bei Magenta den Entscheid des Referees: «Es gibt diverse Kameras in den Stadien, um das zu überprüfen.» Tatsache also: Der Ball war drinnen, das Geben des Tors war korrekt.  Die Fifa selbst veröffentlichte ein Video mit offiziellen Sequenzen. 

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