Aus St. Galler Kirche wird Kulturzentrum
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Aus St. Galler Kirche wird Kulturzentrum

Die Kirchgemeinde verkauft das 1887 erbaute Gotteshaus an einen Winterthurer Architekten, der bereit ist, 4,5 Millionen Franken in die Sanierung zu investieren.

Leonhard in St. Gallen wird zu einem Kulturzentrum. Die Kirchgemeinde verkauft das 1887 erbaute Gotteshaus an einen Winterthurer Architekten, der bereit ist, 4,5 Millionen Franken in die Sanierung zu investieren.

Über den geplanten Verkauf informierte die Kirchgemeinde St. Gallen-Zentrum am Donnerstag. Der Kaufpreis liege «zwischen einem und 100 000 Franken», sagte der Präsident der Kirchenbehörde, Karl Gabler. Der Verkauf muss am 24. April noch von der Kirchgemeindeversammlung bewilligt werden.

Der Käufer, der Winterthurer Architekt Giovanni Cerfedo, plant die Umnutzung der Kirche in ein Kulturzentrum mit Gastronomie, Klassik- und Jazzkonzerten, Theater und Film oder Modeschauen. Für die Ausarbeitung des Konzepts will sich Cerfedo ein bis zwei Jahre Zeit lassen, wie er erklärte.

Cerfeda besitzt in Winterthur bereits drei denkmalgeschützte Liegenschaften aus dem 19. Jahrhundert, die er von der katholischen Kirche erwarb. In Schaffhausen plant er den Umbau eines Lagerhauses aus dem Jahr 1542 in ein Kulturzentrum.

Die Kirche St. Leonhard wurde im vergangenen September zum Verkauf ausgeschrieben. Die Kirchgemeinde kann sich eine 4,5 Mio. Franken teure Renovation des markanten, aber baufälligen Gotteshauses beim St. Galler Hauptbahnhof nicht leisten. Ein Abbruch kam aus Gründen des Denkmalschutzes nicht in Frage.

Seit 1995 offene City-Kirche

Seit 1995 wird St. Leonhard nicht mehr für Gottesdienste, sondern als ökumenische, offene «City-Kirche» genutzt. Das Konzept ist erfolgreich: Über 200 kirchliche und kulturelle Veranstaltungen fanden in den letzten Jahren jeweils statt, mit insgesamt 15 000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr.

Doch der Verein «Offene Kirche» kann für eine Renovation ebenso wenig aufkommen wie die Kirchgemeinde. Die Kirchgemeinde bietet dem Verein jetzt eine Teilnutzung der Kirche St. Mangen in der Altstadt an - «ein gutes Angebot», wie die Präsidentin des Vereins, Annina Policante, sagte.

Die 117-jährige Kirche St. Leonhard stammt aus einer Zeit, als St. Gallen eine aufblühende Handelsstadt war. Mit dem imposanten Kirchturm westlich des Stadtzentrums wurde 1887 ein Zeichen gesetzt- eine Art «Obelisk».

(sda)

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