Aktualisiert 22.06.2011 15:52

PatagonienAus Vulkanasche mache Mauersteine

Die Vulkanaschewolke aus Chile sorgt in Argentinien immer noch für Chaos im täglichen Leben. Doch nun machen die Bewohner das Beste aus der misslichen Lage.

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Asche und noch mehr Asche: Patagonien versinkt fast seit zwei Wochen unter einer 30 Zentimeter dicken Decke aus feinem, grauem Staub. Die Bewohner von Villa La Angostura, der am meisten betroffenen Stadt, räumen täglich mehrere Tonnen vom Vulkangestein weg. Insgesamt soll sich in der ganzen Region etwa eine Million Kubikmeter des Materials angehäuft haben.

Für viele sind die finanziellen Konsequenzen des Vulkanausbruchs in Chile gravierend. Die Wintersportsaison, die in den nächsten Tagen hätte beginnen sollen, fällt aus. Eine weitere rentable Einkunftsquelle, das Herstellen von Beerenkonfitüre, leidet ebenfalls. Die Menschen haben zudem ein weiteres Problem zu lösen: Wohin mit so viel Staub?

Aus Staub wird etwas Brauchbares

Eine Arbeitsgruppe in Mallin, einem Arbeiterviertel von Villa La Angostura, hat nun Nägel mit Köpfen gemacht – und aus dem grauen, lästigen Staub Mauersteine hergestellt. Für den Prototypen mischten die Nachbarn Vulkanstaub mit Beton und liessen die Mischung in einer einfachen Holzform trocknen. Das Resultat war erfreulich: Der Block verhielt sich resistent.

Wenige Tage später wurde das simple Experiment der Bewohner an das Nationale Forschungsinstitut INTI geschickt. Auch hier waren die ersten Resultate positiv. Bald folgten weitere Tests. Das Ziel der Wissenschaftler: Ein kostengünstiges, brauchbares Material aus dem Rohstoff herzustellen, der vom Himmel fällt.

Inzwischen wird geprüft, ob die Steinblöcke als Strassenbelag eingesetzt werden können. «Wir versuchen, die Industrie in der Region voranzutreiben. Bis sich die Region von dem finanziellen Einbruch erholt hat, den der Vulkanausbruch verursacht, ist das eine gute Möglichkeit.» Die erste Werkstatt beschäftigt bereits 32 Personen.

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