Aktualisiert 08.09.2009 20:51

Ausbau Bahnhof BernAusbau des Bahnhofs erneut auf dem Prüfstand

Rund 20 Experten haben am Montag gestützt auf die Empfehlungen des ETH-Gutachtens vom Juni 2009 nochmals zahlreiche Möglichkeiten für den Ausbau des Bahnhofs in Bern analysiert. Neu ist auch eine Billigvariante der ETH dabei.

Diese sieht etwa vor, dass anstelle eines neuen RBS-Tiefbahnhofs der bereits bestehende mit der Verlängerung von zwei Gleisen in Richtung Haupthalle ausgebaut wird. Allerdings müssten mehrere Geschäfte zwischen der Neuengass-Unterführung und dem RBS-Bahnhof dem Ausbau weichen.

Wieviel mit dieser Variante eingespart würde, konnten die Teilnehmer des Werkstattgesprächs nicht sagen. «Über Kosten haben wir heute nicht gesprochen», sagte Projektleiter Ulrich Seewer vor den Medien in Bern. Beim Workshop ging es vielmehr darum, den Variantenfächer nochmals zu öffnen und die zu vertiefenden Vorschläge festzulegen.

Insgesamt wollen die Experten für den Ausbau des Berner Bahnhofs, des zweitgrössten in der Schweiz, acht grundsätzliche Varianten mit teilweise mehreren Untervarianten weiterverfolgen. Bis Ende 2010 soll die Bestlösung vorliegen, die anschliessend planerisch vorangetrieben werden soll.

Kosten-Nutzen-Verhältnis verbessern

Wie ein im Juni vorgestelltes wissenschaftliches Gutachten des Professors Ulrich Weidmann von der ETH Zürich ergeben hatte, standen bisher die Kosten und Nutzen beim geplanten Ausbau des Bahnhofs Bern noch nicht in einem angemessenen Verhältnis.

Der Experte, der die bisherigen Planungsarbeiten unter die Lupe genommen hatte, bestätigte damals aber auch, dass die vorgeschlagenen Lösungsansätze im Grundsatz richtig seien. Ein Ausbau des Bahnhofs Bern sei nötig.

Die dem Projekt zu Grunde liegenden Nachfrageerwartungen hielt Weidmann indessen für etwas gar «offensiv». Er rechnete mit einem tieferen Anstieg der Nachfrage. Die Empfehlungen Weidmanns wurden daraufhin in die nächste Planungsphase aufgenommen.

Der Bahnhof Bern stösst mit seinen täglich 150 000 Passagieren zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Besonders prekär ist die Situation beim bestehenden Tiefbahnhof des Regionalverkehrs Bern-Solothurn. (sda)

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