Weiter auf der Flucht: Ausbrecher aus der «Psychi» war unauffällig
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Weiter auf der FluchtAusbrecher aus der «Psychi» war unauffällig

Der Ausbruch eines als gemeingefährlich eingestuften Straftäters kam für die psychiatrische Uniklinik Basel überraschend. Es habe keine Anzeichen für eine Flucht gegeben.

Der Ausbrecher konnte in der Basler Psychiatrie einen 3,5 Meter hohen Zaun überwinden, obschon er von zwei Pflegern begleitet wurde. (Symbolbild: Keystone)

Der Ausbrecher konnte in der Basler Psychiatrie einen 3,5 Meter hohen Zaun überwinden, obschon er von zwei Pflegern begleitet wurde. (Symbolbild: Keystone)

Mehr als 48 Stunden ist der aus der Basler Psychiatrie ausgebüxte und als gemeingefährlich eingestufte Straftäter auf der Flucht. Bislang fehlt von ihm jede Spur. «Es sind zwar einige Hinweise eingegangen. Leider hat sich daraus keine heisse Spur ergeben», sagt der Basler Polizeisprecher Klaus Mannhart zu 20 Minuten Online.

Am Mittwoch ist der Mann aus dem Spazierhof der Anstalt geflohen. Obschon der im Kanton Bern verurteilte Häftling von zwei Pflegern begleitet wurde, konnte er einen 3,5 Meter hohen Sicherheitszaun «überwinden.»

Durchschnittlicher Patient

Der nach wie vor flüchtige Delinquent sei ein durchschnittlicher Patient gewesen, sagte am Freitagnachmittag Marc Graf, Chefarzt der Forensisch-Psychiatrischen Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK), vor den Medien in Basel. Für den Mann hätten weder besondere Sicherungs- noch Lockerungsmassnahmen bestanden.

Zusammen mit sechs weiteren Patienten sei der Straftäter am Mittwoch von zwei medizinischen Fachpersonen in den Spazierhof geführt worden. Unvermittelt habe er von der Mitte des Platzes aus zu rennen begonnen und sei über einen dreieinhalb Meter hohen und oben nach Innen abgewinkelten Zaun geklettert.

Der Mann floh an jener Stelle, an der ausserhalb des Zauns eine mobile Toilette steht. An Befestigungselementen dieser Toilette fand er offensichtlich Halt. Unmittelbar nach der Flucht habe das Personal Alarm ausgelöst, und die Polizei habe die Fahndung eingeleitet, die jedoch erfolglos verlief.

Diskussionen ausgelöst hat die Flucht, weil der Straftäter von den Behörden als gemeingefährlich eingestuft worden war. Für die breite Öffentlichkeit bestehe jedoch keine unmittelbare Gefährdung, hiess es an der Medienkonferenz.

35 Jahre alter Drogendelinquent

Laut «Blick» soll es sich beim Ausbrecher um einen 35-jährigen Mann handeln, der seine kriminelle Karriere mit Drogendelikten begonnen hatte. Es folgte ein Aufenthalt in einer Stiftung zur Wiedereingliederung von Sträflingen. Ende 2006 soll ihn seine Frau wegen Körperverletzung angezeigt haben. Die Situation eskalierte: Nachdem er eine Nachbarin mit dem Tod bedroht hatte, wollte ihn die Polizei verhaften. Dabei soll er etliche Beamte brutal niedergeschlagen haben. 2007 ist er zu einer stationären therapeutischen Massnahme verurteilt worden.

Die Berner Behörden haben weder ein Fahndungsfoto noch Details zum Ausbrecher publiziert. Es wurde bloss kommuniziert, dass vom Mann «keine unmittelbare Gefährdung» der Öffentlichkeit ausgehe und es sich um einen «behandelbaren» Delinquenten handle.

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