Zurzach: Ausbrecher hatte Fluchthelfer
Aktualisiert

ZurzachAusbrecher hatte Fluchthelfer

Ein Einbruch in das Nachbarhaus des Bezirksgefängnisses Zurzach (AG) steht vermutlich in einem Zusammenhang mit dem Ausbruch eines Häftlings in der gleichen Nacht.

Die Polizei fahndet nach wie vor nach Sasa Cvetanovic. (Bild: Kapo AG)

Die Polizei fahndet nach wie vor nach Sasa Cvetanovic. (Bild: Kapo AG)

Der in der Nacht auf Dienstag aus dem Bezirksgefängnis Zurzach AG ausgebrochene Häftling hatte vermutlich Fluchthelfer. Diese haben ihm wahrscheinlich Ausbruchswerkzeug durchs Fenster in die Zelle gereicht. Mit diesen Werkzeugen brach er dann die Decke auf.

Die Metalldeckenplatte sei mit roher Gewalt herausgebrochen worden, hielt das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) am Freitag fest. Die Gips- und Zementmörtelwand unter der Metallplatte sei durchbrochen und die Dachziegel darüber entfernt worden.

Einbruch ins Nachbarhaus

In einem Maschendrahtzaun, das den Gitterstäben im Zellenfenster von aussen her vorhängt, wurde ein Loch gefunden. Durch diese Öffnung wurden vermutlich die Werkzeuge in die Zelle gereicht.

Es war kein einfaches Unterfangen: Die Zelle liegt im vierten Stock des Rathauses von Zurzach. In der Nacht des Ausbruchs wurde jedoch in das Nachbarhaus eingebrochen. Vermutlich stecken hinter diesem Einbruch die Fluchthelfer.

Man geht weiter davon aus, dass auch der 41-jährige Gefangene das Nachbarhaus nutzte: Über einen fussbreiten Vorsprung gelangte er wahrscheinlich zum Haus, stieg dort in ein Dachfenster ein und verliess auf diesem Weg das Gebäude, wie Roland Hengartner, Leiter des Aargauer Straf- und Massnahmenvollzugs, sagte.

Zellennachbarn hielten dicht

Die Zellennachbarn haben den Lärm der Arbeiten vermutlich gehört, wie Hengartner festhielt. Den Alarmknopf habe jedoch keiner gedrückt. Weil unten in der Strasse eine Bar sei, habe man auf der Strasse wahrscheinlich kein Lärm gehört.

Videokameras oder andere elektronische Sicherheitsmassnahmen gebe es auf dem Dach nicht. Das aus dem Jahr 1967 stammende Bezirksgefängnis sei ein Auslaufmodell, sagte Hengartner.

Als Sofortmassnahme habe man die Befestigungen der Metallplatten in den Zellen verstärkt. Der entwichene Mann befand sich seit rund zwei Wochen in Untersuchungshaft. Er ist nicht gemeingefährlich und befindet sich nach wie vor auf der Flucht.

(sda)

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