Australien - Ausbrecher stellt sich nach 29 Jahren, weil er ein Dach über dem Kopf wollte
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AustralienAusbrecher stellt sich nach 29 Jahren, weil er ein Dach über dem Kopf wollte

Im Jahr 1992 brach der gebürtige Jugoslawe Darko Desic in Australien aus dem Gefängnis aus. Danach schlug er sich fast 30 Jahre lang unerkannt mit Gelegenheitsjobs durch und schlief bisweilen am Strand. Nun spazierte er in eine Polizeiwache und stellte sich.

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Mit diesem Foto wurde Darko Desic zur Fahndung ausgeschrieben.

Mit diesem Foto wurde Darko Desic zur Fahndung ausgeschrieben.

New South Wales Police
In den letzten Jahren lebte Desic in Avalon und nächtigte oft am Strand.

In den letzten Jahren lebte Desic in Avalon und nächtigte oft am Strand.

Wikipedia/Adam J.W.C.
Aus dieser Haftanstalt in Grafton entkam er im Jahr 1992.

Aus dieser Haftanstalt in Grafton entkam er im Jahr 1992.

Corrective Services New South Wales

Darum gehts

  • Ein Gefängnisausbrecher hat sich 29 Jahre nach seiner Flucht gestellt.

  • Der Mann aus dem früheren Jugoslawien hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und lebte teils am Strand.

  • Schliesslich hatte er genug von der Obdachlosigkeit. Nun blühen ihm weitere Jahre Haft.

Nach 29 Jahren auf der Flucht hat ein Gefängnisausbrecher in Australien das Handtuch geworfen: Der heute 64-jährige Darko Desic sei in eine Polizeiwache in einem Vorort von Sydney spaziert und habe sich gestellt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Zeitung «Daily Telegraph» berichtete unter Berufung auf Polizeiquellen, der Mann sei wegen des Corona-Lockdowns arbeits- und obdachlos geworden und habe im australischen Winter am Strand bei Avalon übernachtet.

Desic war Anfang der 90er Jahre zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er erwischt wurde, wie er Marihuana züchtete. Nach 13 Monaten Haft machte er sich am 1. August 1992 mit Hilfe einer Metallsäge und eines Bolzenschneiders aus der Haftanstalt Grafton 620 Kilometer nördlich von Sydney aus dem Staub. Nach eigenen Angaben fürchtete er, nach der Haft in seine Heimat Jugoslawien abgeschoben zu werden: Dort drohte ihm eine weitere Strafe, weil er sich vor dem Militärdienst gedrückt hatte.

Mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten

Der Zeitung zufolge lebte Desic seit seiner Flucht in Avalon nördlich von Sydney und verdingte sich für Gelegenheitsjobs als Hilfsarbeiter und Handwerker. Dabei liess er sich stets bar bezahlen und fiel nie auf, obwohl er in einer Fernsehsendung als meistgesuchter Mann Australiens präsentiert worden war. «Er liess sich nichts zuschulden kommen und fiel nie auf», so eine Quelle der Polizei gegenüber 7News. «Er sagte uns, er sei jeglichem Ärger aus dem Weg gegangen, so dass ihn niemand zweimal anschaute.»

Doch im Corona-Lockdown geriet er in Schwierigkeiten, die Jobs blieben aus. Nach einer Nacht am Strand habe er sich schliesslich gesagt: «Scheiss drauf, ich gehe zurück ins Gefängnis, wo ich ein Dach über dem Kopf habe», berichtete das Blatt.

Jetzt drohen Desic wegen seiner Flucht zusätzliche sieben Jahre Haft. Wohin er anschliessend abgeschoben werden könnte, ist unklar, weil Jugoslawien längst zerfallen ist. Er ist kein australischer Staatsbürger und die Einwanderungsbehörden hatten die Suche nach ihm aufgegeben. Immerhin bekam er 2008 eine Aufenthaltserlaubnis.

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(AP/Trx)

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