Winterthur: Ausbrecher stellt sich und schickt ein letztes Selfie

Aktualisiert

WinterthurAusbrecher stellt sich und schickt ein letztes Selfie

Weil er sich ungerecht behandelt fühlte, flüchtete R.S. aus der U-Haft. Nun hat er sich gestellt – und ist seither nicht mehr erreichbar.

von
ced
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Sein letztes Selfie: R.S.* auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft.

Sein letztes Selfie: R.S.* auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft.

zvg
Er war am 3. Februar zusammen mit seinem Bruder und einem Kollegen verhaftet worden.

Er war am 3. Februar zusammen mit seinem Bruder und einem Kollegen verhaftet worden.

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Der Kurde brach jedoch aus dem Untersuchungsgefängnis Winterthur aus.

Der Kurde brach jedoch aus dem Untersuchungsgefängnis Winterthur aus.

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R. S.* war kürzlich aus der U-Haft in Winterthur geflüchtet. Bei 20 Minuten beschwerte sich der Flüchtige Anfang Woche über die Staatsanwaltschaft: Sie habe ihn, seinen Bruder und einen Kollegen wegen einer kleinen Schlägerei in U-Haft gesetzt, obwohl dies nicht nötig gewesen wäre.

Nun hat sich S. gestellt: Am Donnerstag um 14 Uhr betrat er das Gebäude der Staatsanwaltschaft an der Hermann-Götz-Strasse in Winterthur. 20 Minuten konnte vorher noch mit ihm sprechen. «Ich bin sehr angespannt und hoffe auf ein faires Gespräch. Ich habe ein gutes Gefühl», sagte S.

«Ich bin nicht raus und habe Party gemacht»

Er wolle sich seiner Strafe nicht weiter entziehen – um irgendwann abschliessen zu können. S.: «Die Flucht ist keine Lösung.» Die Zeit in der Freiheit habe gereicht, um alles regeln zu können. «Ich bin ja nicht raus und habe Party gemacht, sondern mich um mein Geschäft, meine Familie und meine Hunde gekümmert», so der Pitbull-Züchter.

Nun hofft er, dass er nicht wieder hinter Gitter muss. «Von mir geht keine Fluchtgefahr mehr aus – ich stelle mich ja freiwillig. Mich wieder ins Gefängnis zu stecken, wäre reinste Schikane», sagt S.

Entlassung wirft Fragen auf

Sein Bruder und sein Kollege sitzen unterdessen nicht mehr in U-Haft – und das Datum der Entlassung wirft Fragen auf: «Einen Tag nachdem 20 Minuten mit der Staatsanwaltschaft Kontakt gehabt hatte, kamen wir frei. Das ist sehr speziell», sagt der Bruder. Er mache sich Sorgen um S. und wisse nicht, was nun nach der Flucht mit ihm geschehe.

Ob S. wieder in U-Haft sitzt, ist nicht bekannt – er war bis Redaktionsschluss nicht mehr erreichbar. Die Staatsanwaltschaft möchte zum laufenden Verfahren keine Stellung nehmen.

*Name der Redaktion bekannt.

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