Bald Impfpflicht? - Ausbruch von hochansteckender Newcastle-Krankheit in Niederglatt gibt weiter Rätsel auf

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Bald Impfpflicht?Ausbruch von hochansteckender Newcastle-Krankheit in Niederglatt gibt weiter Rätsel auf

Ende Januar wurde bekannt, dass das hochansteckende Virus in der Region Zürich entdeckt worden war. Als wahrscheinlich gilt, dass die Krankheit von einer anderen Tierart dorthin gebracht wurde.

von
Patrick McEvily
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Das Bild zeigt Spezialisten, die im Jahr 2017 wegen der hochansteckenden Newcastle-Krankheit Legehennen im Tessin keulen mussten. Ende Januar ist die Krankheit erneut in der Schweiz aufgetreten.

Das Bild zeigt Spezialisten, die im Jahr 2017 wegen der hochansteckenden Newcastle-Krankheit Legehennen im Tessin keulen mussten. Ende Januar ist die Krankheit erneut in der Schweiz aufgetreten.

Kantonspolizei Tessin
Einige Legehennen auf einem Hof in Niederglatt ZH haben keine Eier oder nur noch Eier mit zu dünner Schale gelegt. Das sind typische Symptome für die Newcastle-Krankheit, die sich die Hühner eingefangen haben. 

Einige Legehennen auf einem Hof in Niederglatt ZH haben keine Eier oder nur noch Eier mit zu dünner Schale gelegt. Das sind typische Symptome für die Newcastle-Krankheit, die sich die Hühner eingefangen haben. 

20Min/News-Scout
Der Kanton musste die Legehennen keulen. Warum die Krankheit bei den Tieren ausgebrochen ist, ist weiterhin nicht abschliessend geklärt.

Der Kanton musste die Legehennen keulen. Warum die Krankheit bei den Tieren ausgebrochen ist, ist weiterhin nicht abschliessend geklärt.

20Min/News-Scout

Darum gehts 

  • Ende Januar wurde die Newcastle-Krankheit in Hühnern auf einem Bauernhof im zürcherischen Niederglatt entdeckt. 

  • Die Behörden reagierten sofort, töteten die infizierten Legehennen und sperrten den Betrieb ab, um ein Übergreifen auf weitere Tiere zu verhindern. 

  • Dies scheint bislang gelungen zu sein. Wie es zum Ausbruch kam, ist aber weiter unklar. 

Am 21. Januar wurde bei Hühnern in einem Stall in Niederglatt, im Kanton Zürich, die Newcastle-Krankheit festgestellt. Das hochansteckende Virus führt dazu, dass die Tiere keine Eier mehr legen können oder nur solche mit sehr dünnen Schalen. Auch für Menschen kann ein Kontakt mit einem mit dem Virus infizierten Tier gefährlich sein – bis hin zu Bindehautentzündungen.

Unklar ist, wie das Virus auf den betroffenen Bauernhof gelangt war. Gegenüber dem  «Zürcher Unterländer» äussern sich Expertinnen und Experten der Universität Zürich dahingehend, dass eine Ansteckung durch Wildvögel wahrscheinlich ist. In Frage kämen etwa Amseln, Drosseln oder Stare. Ein abschliessender Bericht steht aber noch aus.

Ausbruch könnte zu nationaler Impfpflicht führen

Im Anschluss an die Feststellung der Krankheit wurden sämtliche Legehennen auf dem betroffenen Bauernhof vorsorglich getötet, um einer Ausbreitung der Krankheit vorzubeugen. Ausserdem wurde dem Hof untersagt, Tierprodukte zu verkaufen. Zudem richteten die Behörden eine mehrere Kilometer grosse Sicherheitszone rund um den betroffenen Hof ein, in der sämtliche Hühner und in Gefangenschaft gehaltenen Vögel ihre Ställe nicht mehr verlassen durften. Mehrere Gemeinden waren betroffen.

Bislang haben die Expertinnen und Experten des kantonalen Veterinäramtes keine weiteren Ansteckungen festgestellt. Trotzdem haben sie veranlasst, dass die eigentlich für 21 Tage angedachte Isolation anhält. Gemäss dem «Zürcher Unterländer» ist noch völlig unklar, wann diese aufgehoben wird.

Zwischen 2011 und 2017 ist es in der Schweiz zu mehreren Ausbrüchen der Newcastle-Krankheit gekommen. Nur in einem der Fälle konnte der Ursprung festgestellt werden: Aus dem Ausland importierte Hühner hatten das Virus in den Stall im Kanton Genf eingeschleppt. Der aktuelle Fall könnte dazu führen, dass es in der Schweiz künftig eine Impfpflicht für Hühner gibt. Eine solche kennt das Nachbarland Deutschland bereits.  

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