Pakistans Kampf gegen die Taliban: Ausgangssperre im Swat-Tal
Aktualisiert

Pakistans Kampf gegen die TalibanAusgangssperre im Swat-Tal

Pakistan hat seine Angriffe gegen Aufständische im an Afghanistan grenzenden Swat-Tal noch einmal verstärkt und eine Ausgangssperre für die Region verhängt. Die Luftwaffe bombardierte in mehreren Ortschaften mutmassliche Verstecke von Taliban-Milizen.

In der Nacht waren pakistanische Bodentruppen in drei Ortschaften von den Extremisten beschossen worden. Mindestens neun Soldaten wurden nach Militärangaben vom Donnerstagabend bei Kämpfen getötet, sieben davon bei einem Hinterhalt im ehemaligen Skiort Mingora.

Knapp zwei Wochen nach Beginn der Offensive gegen die Taliban rückte die Armee weiter Richtung Norden in das Swat-Tal vor. «Wir haben die bewaffneten Truppen angewiesen, die islamistischen Kämpfer und Terroristen auszulöschen», sagte Pakistans Regierungschef Yousuf Raza Gilani am Donnerstagabend.

Ziel sei die Wiederherstellung der «Ehre und Würde unseres Heimatlands», erklärte Gilani. Präsident Asif Ali Zardari sagte während seines Besuchs in Washington, der Militäreinsatz im Swat-Tal werde so lange andauern, bis wieder «Normalität» herrsche.

Um den Truppenaufmarsch zu erleichtern, verhängte die Armee nach Angaben eines Sprechers eine unbegrenzte Ausgangssperre vom Bezirk Malakand bis ins Swat-Tal. Der Sprecher machte keine Angaben über die Zahl der Soldaten, die in die Region geschickt werden sollten.

Die Ausgangssperre dürfte die Möglichkeiten für Zivilisten weiter einschränken, aus dem Kampfgebiet zu fliehen. Bislang verliessen mehr als 150 000 Menschen die Region. Augenzeugen bezichtigen sowohl die Armee als auch die Taliban, bei ihren Angriffen auch wahllos Zivilisten zu töten.

(sda)

UNO: Eine Million Flüchtlinge im Nordwesten Pakistans

Dei Kämpfe im Nordwesten Pakistans haben nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen Tagen 500.000 Menschen in die Flucht getrieben. Seit August stieg die Gesamtzahl der Flüchtlinge damit auf rund eine Million gestiegen, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Freitag in Genf mitteilte. UNHCR-Sprecher Ron Redmond erklärte, binnen weniger Tage hätten sich bis zu 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht, weitere 300.000 seien unterwegs oder bereiteten sich auf eine Flucht vor. Seit August wurden demnach bereits 555.000 Flüchtlinge gezählt.

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