Amnesty klagt an: «Ausgebeutet, bedroht, erpresst»
Aktualisiert

Amnesty klagt an«Ausgebeutet, bedroht, erpresst»

Kein sauberes Wasser, Angst vor Zwangsumsiedlung: Mehr als die Hälfte aller Einwohner der kenianischen Hauptstadt Nairobi lebt in Elendsvierteln. Die Lebensbedingungen seien menschenunwürdig - ein Skandal, so Amnesty International.

Amnesty-Generalsekretärin Irene Khan nannte die Lebensbedingungen einen Skandal und eine Beleidigung der Menschenwürde. Die Slumbewohner würden «von Grundherren ausgebeutet, von der Polizei bedroht und von Gangs erpresst», sagte Khan auf einer Pressekonferenz am Freitag. In einem 44-seitigen Bericht erklärte Amnesty, die Regierung habe bislang keine langfristigen Alternativen für die Slumbewohner vorgeschlagen. Ungeachtet einer Gerichtsentscheidung von 2007, die gewaltsame Zwangsräumungen verbietet, müssten zahllose Einwohner um ihre Unterkünfte bangen.

2008 kündigte die Regierung einen Zwei-Jahres-Plan zur Säuberung der Flüsse in der Hauptstadt an. Dazu sollen laut Amnesty Tausende Häuser in 30 Meter Entfernung vom Ufer zerstört werden. Eine Behördensprecherin betonte, die Betroffenen würden umgesiedelt. (dapd)

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