Luzerner Nachtleben: Ausgehzonen gehen den meisten Parteien zu weit
Aktualisiert

Luzerner NachtlebenAusgehzonen gehen den meisten Parteien zu weit

Der Vorschlag, in der Luzerner Neustadt Ausgehzonen festzulegen, bietet Zündstoff. Die Parteien sind uneins.

von
rei
Wegen Verkehr und Partylärm kann Ruth Feri ihre Wohnungen an der Frankenstrasse kaum vermieten.

Wegen Verkehr und Partylärm kann Ruth Feri ihre Wohnungen an der Frankenstrasse kaum vermieten.

Der Wirteverband GastroRegionLuzern fordert in Luzern Ausgehzonen, in denen die Anwohner erhöhte Lärmemissionen tolerieren müssen (20 Minuten berichtete).

Jetzt reagieren die Parteien auf den brisanten Vorschlag. Auf Zustimmung stösst er bei der FDP: «Ausgehzonen sind eine gute Idee. Sie müssten aber ausserhalb des Zentrums sein. In der Neustadt sind sie nicht denkbar», findet Fraktionschefin Sonja Döbeli.

Bei der SVP hingegen bezweifelt man, dass solche Zonen noch in der laufenden Revision der Bau- und Zonenordnung umsetzbar sind. Fraktionschef Marcel Lingg hat dennoch Verständnis, dass sich die Wirte dagegen wehren, die Sündenböcke zu sein. «Man kann die Wirte nicht für das negative Verhalten einiger Personen verantwortlich machen.»

Andere Parteien stehen der Volksmotion kritischer gegenüber. SP, GLP, CVP und Grüne sehen sowohl Anwohner wie Wirte in der Pflicht. Es brauche Toleranz von beiden Seiten. SP-Präsident Claudio Soldati: «Die Wirte profitieren von den Nachtschwärmern. Also müssen sie mithelfen, negative Begleiterscheinungen zu mindern.»

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigt die Situation von Ruth Feri, die ein Haus in der Frankenstrasse besitzt – in unmittelbarer Nähe verschiedener Bars. «Die unterste Wohnung ist schlicht nicht vermietbar.» Der Partylärm und Verschmutzungen seien zu störend.

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