Aus für SKL-Show: Ausgejaucht
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Aus für SKL-ShowAusgejaucht

Aus für Günther Jauchs «SKL-Show»: RTL hat die Sendung gestrichen, weil seit Anfang des Jahres Werbung für Glücksspiele verboten ist.

Der Sprecher des Kölner Senders, Frank Rendez, sagte am 17. Juli der Nachrichtenagentur AP: «Aufgrund der derzeitigen Rechtslage haben wir die SKL-Show aus der Planung genommen.» Die Süddeutsche Klassenlotterie rechnet indessen mit einer Fortsetzung der Show unter veränderten Bedingungen. Bisher hat es zwei Ausgaben gegeben - eine im Sommer und eine im Winter. «Die 5 Millionen SKL Show» lief zuletzt am 29. Dezember 2007. Die Teilnehmer konnten auf einen Schlag fünf Millionen Euro gewinnen. Prominente beantworteten für die Kandidaten auf dem «heissen Stuhl» die Fragen.

Die für RTL zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) hat dem Sender Anfang Juli auf Anfrage mitgeteilt, «dass die Show in dieser Form nicht mehr zulässig ist», wie der Direktor Reinhold Albert der AP mitteilte. Er bestätigte damit einen Bericht der «Süddeutschen Zeitung». «Wenn man die Sendung als Werbung ansieht, ist sie nach dem Glücksspielstaatsvertrag unzulässig», sagte Albert. Unzulässig sei die Sendung aber auch, wenn man die Beteiligung der SKL als Sponsoring einstufe.

Die SKL in München verwies auf eine Ausnahmeregelung vom Verbot der Fernsehwerbung, unter die nach ihrer Auffassung auch die SKL-Show fällt. Das bayerische Innenministerium unterstütze im Namen der Glückspielaufsichtbehörde diesen Standpunkt, wenn im Rahmen der Show Modifizierungen vorgenommen würden. «Dazu gehören unter anderem der Verzicht auf das Telefongewinnspiel und die Nennung der Kandidatenhotline», erklärte die Klassenlotterie. Dazu habe sie sich bereit erklärt.

Grundsätzlich handele es sich nach Auffassung des Innenministeriums bei der SKL-Show um einen redaktionellen Programmteil, dessen Inhalt eine offizielle Ziehung des amtlichen Spielplans der SKL sei. Der Gewinn von fünf Millionen Euro werde unabhängig von der Entscheidung über die Sendung an die SKL-Spieler ausgezahlt.

Grosse Verunsicherung in gesamter Branche

Seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages gebe es in der gesamten Branche eine grosse Verunsicherung, sagte NLM-Direktor Albert.

Sat.1 hat keinen Vertrag mehr mit der Norddeutschen Klassenlotterie (NKL). Die Sprecherin des Berliner Senders, Kristina Fassler, sagte der AP, die Kooperation sei im September vergangenen Jahres ausgelaufen. Sie betraf die Sendung «Mega Clever! Die NKL-Show» mit Barbara Eligmann und Wigald Boning.

Die Ziehung der Lottozahlen im Fernsehen ist von den Neuregelungen nicht betroffen. Klaus Sattler, Sprecher der zurzeit federführenden Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg, sagte der AP: «Die Ziehung der Lottozahlen in der ARD und im ZDF hat keinen werblichen Charakter, sondern ist eine Information der Sender. Sie trägt in erheblichem Masse zur Transparenz und Seriosität des Zahlenlottos bei.»

Die Tage von Online-Lotto sind dagegen gezählt. In Paragraf 4 des Staatsvertrags heisst es: «Das Veranstalten und das Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet ist verboten.» Derzeit gilt noch eine Übergangsfrist; ab 1. Januar 2009 ist es dann endgültig aus mit Lotto im Internet. (dapd)

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