«Ausgemagert wie ein Hungerkind und weint nur noch»

Aktualisiert

«Ausgemagert wie ein Hungerkind und weint nur noch»

Die kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt (46) ist nach mehr als sechs Jahren Geiselhaft bei den linken FARC-Rebellen nach Augenzeugenberichten ausgemergelt wie ein «afrikanisches Hungerkind».

Sie sie in eine tiefe Depression verfallen.

«Sie will von dieser Welt nichts mehr wissen, und wenn sie auch nur angesprochen wird, beginnt sie haltlos zu schluchzen», zitierten kolumbianische Medien den katholischen Priester Manuel Mancera am Freitag.

Er berief sich auf Mitglieder seiner Kirchengemeinde im Süden des Landes. Dort war die an Heptatitis B und der Tropenkrankheit Schwarzes Fieber erkrankte Geisel im Februar in einer Gesundheitsstation des Dorfes El Capricho behandelt worden.

Etwa 300 Rebellen hätten den Ort in der Provinz Guaviare am 20. Februar besetzt und Betancourt zur Behandlung in die Krankenstation gebracht, erzählte Mancera weiter.

Viele der Bewohner des Dorfes hätten die prominente Geisel gesehen, einige hätten sich ihr sogar nähern und mit ihr sprechen können. Ein Bauer habe ihre Hand genommen und versucht, ihr Mut zuzusprechen. «Aber sie hat nur geweint», berichtete der Priester.

«Ingrid hat allen Lebensmut verloren. Sie will mit niemandem mehr sprechen, verweigert Nahrung und ist sehr von der Krankheit gezeichnet.» Ihr selbst seien die Folgen der Krankheit, zu der auch Hautgeschwüre gehören, offenbar schon völlig egal.

(sda)

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