Notorischer Krimineller: Ausgeschaffter Besko spaltet Albaner-Community
Aktualisiert

Notorischer KriminellerAusgeschaffter Besko spaltet Albaner-Community

Rapper Besko musste die Schweiz verlassen. Seine Ausschaffung sorgt sowohl bei den 20-Minuten-Lesern als auch innerhalb der albanischen Community für heftige Reaktionen.

von
20m

Besko gab 20 Minuten ein Interview zu seiner Ausschaffung. Die Reaktionen darauf waren heftig.
(Video: Action Team / 20 Minuten)

Der Zürcher Rapper Besko (31) ist letzten Freitag in den Kosovo abgeschoben worden. Seine Ausschaffung sorgt sowohl bei den Lesern von 20 Minuten als auch bei der albanischen Community für Gesprächsstoff. Während einige den Entscheid als «richtig» einstufen, haben andere das Gefühl, der Rapper sei «ungerecht» behandelt worden.

In den Kommentaren zum 20-Minuten-Artikel zeigen viele Verständnis: «Nach einer solchen kriminellen Karriere noch auf die Tränendrüse zu drücken und den Sohn ins Spiel zu bringen, ist geschmacklos», schreibt ein Leser etwa. «Gerade wenn man angeblich einen intensiven Kontakt zum Sohn pflegt, sollte man nicht so unverantwortlich handeln und seine Aufenthaltsbewilligung aufs Spiel setzen.»

Nichts gelernt

Besko habe seine Chancen gehabt, habe jedoch nichts daraus gelernt und wurde nun «folgerichtig abgeschoben», heisst es in dem Kommentar weiter. Ein anderer Leser geht einen Schritt weiter: «Solche Menschen machen es denen schwer, die sich hier voll und ganz integriert haben.»

Einige empfinden die Ausschaffung aber auch als ungerecht: «Ich bin einfach nur noch enttäuscht und alles andere als stolz, mich Schweizer zu nennen.» Ein anderer Leser schreibt: «Menschen ändern sich! Kinder verändern das Leben!»

Hin- und hergerissen

Auch die albanische Community kommentierte die Ausschaffung auf Facebook rege. Die Reaktionen zeigen, dass auch die Albaner geteilter Meinung sind. So schreibt ein User: «Schade für ihn. Er hat sich grosse Mühe gegeben.» Ein anderer User entgegnet: «Ja, er hat sich Mühe gegeben, ein Krimineller zu werden.» Ein User unterstellt Besko, dass er die Straftaten mit Absicht begangen hat: «Er wollte dadurch berühmt werden und Fame bekommen für seine Rapkarriere.»

Auffällig ist, wie einige User versuchen, Besko in Schutz zu nehmen. Nachdem ein Leser schrieb, dass Besko mehrmals kriminell geworden sei und dass es «ihm recht geschieht», schreitet ein anderer ein: «Halt einfach deine Fresse, Kollege. Du kennst den Menschen gar nicht und redest so über ihn.»

Von Interpol gesucht

Trotzdem kritisieren viele User den Rapper: «Man muss einen Menschen nicht kennen, um zu wissen, dass seine Straftaten nicht richtig waren. So etwas kann man und sollte man nicht gutheissen.» Dieser Ansicht ist auch ein anderer: «Wenn jemand von Interpol gesucht wird, dann hat er genug Scheisse angerichtet, um verdientermassen ausgeschafft zu werden.»

Solche Kommentare kommen bei den Anhängern von Besko nicht gut an. So heisst es etwa: «Was, nach Hause?! Weisst du eigentlich, dass er dort unten gar keine Familie hat?» Einige User gehen sogar so weit, dass sie die Kommentatoren indirekt als Verräter bezeichnen: «Ein paar Albaner, die hier kommentieren, sind schlimmer als Schweizer.» Oder: «Einige Albaner lachen die eigenen Landsleute aus, um gut bei den Schweizern dazustehen.»

Seine Taten reichen weit

Zudem wird auf die Folgen von Beskos Taten hingewiesen: «Jeder kriminelle Landsmann schadet dir, mir und unserer Zukunft. Denk mal darüber nach.» Oder: «Wegen Leuten wie Besko haben wir einen schlechten Ruf. Wir werden von anderen abgegrenzt. Gute Albaner finden keinen Job.» Man solle sich nicht Besko zum Vorbild nehmen, sondern es gebe «viele Albaner, die im Leben sehr weit gekommen sind. Diese sollte man sich als Vorbild nehmen und nicht Leuten nachtrauern, weil sie abgeschoben wurden.»

Andere gehen weiter und zeigen sich dankbar, in der Schweiz leben zu dürfen: «Wir haben das Glück in Ländern wie der Schweiz oder Deutschland zu leben und schätzen es nicht. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, etwas aus dem Leben zu machen», schreibt eine Userin. «Egal, was für ein Leben er gehabt hat, es gibt immer einen Ausweg. Er hatte wahrscheinlich keinen Bock auf vernünftige Arbeit. Mitleid: 0,0%.» (20m/20 Minuten)

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