Papiliorama Kerzers: Ausgesetzte Geckos bedrohen Schmetterlinge
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Papiliorama KerzersAusgesetzte Geckos bedrohen Schmetterlinge

Leopardgeckos gefährden die Hauptattraktion des Tropenhauses in Kerzers: Sie ernähren sich von Insekten. Die Tiere wurden offenbar von Besuchern ausgesetzt.

von
wed

Schock für die Tierpfleger im Papiliorama: Vor kurzem mussten sie drei Leopardgeckos einfangen. Diese ernähren sich besonders gerne von Schmetterlingen – der Hauptattraktion des Papilioramas in Kerzers im Kanton Freiburg. Waren etwa Schmetterling-Hasser am Werk? Dazu Sprecherin Daniela Barilli: «Nein. Wir gehen davon aus, dass die ehemaligen Besitzer die Tiere loswerden wollten und sich dachten, dass bei uns ideale Voraussetzungen dafür herrschen.» Das Team sei aber sicher, dass die Tiere von Besuchern ausgesetzt wurden. «Offenbar denken diese Leute nicht weit genug», so Barilli.

Obwohl die Geckos nun eingefangen wurden, sind die Schmetterlinge noch nicht in Sicherheit. «Unser Team bemüht sich herauszufinden, ob die Weibchen in der kurzen Zeit Eier gelegt haben», sagt Barilli. In diesem Fall würde ein grosses Problem auf die Tierpfleger zukommen – man müsste eine unkontrollierte Vermehrung dringend verhindern. «Es wird nun einige Zeit dauern, bis man mit Sicherheit sagen kann, ob die Weibchen Eier gelegt haben oder nicht.» Derzeit sei es aber schwierig, nach den kleinen Eiern zu suchen.

Trotz der drohenden Gefahr für die Schmetterlinge ist die Existenz des Papilioramas gemäss Barilli nicht gefährdet: «Es ist aber wichtig zu erwähnen, dass wir keine Entsorgungsstelle für exotische Tiere sind.»

Leopardgeckos sind nachtaktiv

Laut Reptilienexperte Andreas Hofer vom Berner Tierpark Dählhölzli ist der Leopardgecko ein klassisches Tier für Anfänger in der Terraristik. Das Reptil kann bis zu 30 Zentimeter lang werden. «Weibchen legen bis zu fünfmal pro Jahr zwei Eier», sagt Hofer. Die anpassungsfähigen Tiere seien nachtaktiv und würden sich tagsüber verstecken – was die Suche nach ihnen nicht wirklich leichter macht. Zudem weist Tierpfleger Hofer darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren strafbar ist.

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