Aktualisiert 30.06.2009 20:06

BedrohungAusgesetzte Goldfische fressen heimische Tiere auf

Wohlmeinende Tierhalter setzen immer wieder überzählige Goldfische in Weihern aus – eine Zeitbombe für hiesige Wassertiere.

von
Gabi Schwegler

Regelmässig setzen unbedarfte Tierhalter ihre Gold­fische in Weihern oder Parkanlagen aus. Besonders beliebt ist diese Form der Entsorgung vor den langen Sommerferien: «Gleich kübelweise werden die Fische in die Weiher geschüttet», sagt Zoologe Peter Schlup vom Schweizer Tierschutz STS. «Dort richten sie beträchtlichen Schaden an. Goldfische fressen den Laich von Amphibien, Kaulquappen und Insektenlarven und zerstören dadurch das ökologische Gleichgewicht.»

Um der illegalen Aussetzung der Goldfische ent­gegenzuwirken, stellt Grün Stadt Zürich Plakate an Zürcher Waldweihern auf. «Wir wollen so Spaziergänger sensibilisieren und hoffen, so die Zahl der ausgesetzten Fische zu reduzieren», bestätigt Lukas Handschin von Grün Stadt Zürich einen Bericht des «Tages-Anzeigers».

Auch im Kanton St. Gallen ist das Goldfisch-Problem bekannt: «Diese tierischen Fremdlinge können sich zu einer Zeitbombe entwickeln», sagt Michael Kugler vom Amt für Fischerei. «Wer seine Gold­fische loswerden will, kann sie in der Fischauffangsta­tion in Embrach gegen eine Gebühr von 20 Franken abgeben», sagt Hans Gonella vom Verein Aquarium Zürich, «wir suchen den Tieren dann ein neues Plätzchen.»

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