Verwaltungsgericht Kanton Zürich: Ausländer darf nach Herz-OP in der Schweiz bleiben
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Verwaltungsgericht Kanton ZürichAusländer darf nach Herz-OP in der Schweiz bleiben

Weil ein 45-jähriger Migrant nach einer Herzoperation auf medizinische Versorgung angewiesen sei, darf er in der Schweiz bleiben. Im Heimatland wäre diese nicht gewährleistet.

Weil ein 45-jähriger Migrant auf medizinische Hilfe angewiesen ist, darf er in der Schweiz bleiben.

Weil ein 45-jähriger Migrant auf medizinische Hilfe angewiesen ist, darf er in der Schweiz bleiben.

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Das Migrationsamt und die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich haben die Aufenthaltsbewilligung eines 45-Jährigen zu Unrecht nicht verlängert, hält das Verwaltungsgericht fest. Der Mann sei nach einer Herztransplantation auf medizinische Versorgung angewiesen, die in seinem Heimatland nicht gewährleistet sei.

Der Mann war 2004 in die Schweiz eingereist - und er hätte sie inzwischen wieder verlassen müssen, nachdem seine beiden nacheinander eingegangenen Ehen nach kurzer Zeit gescheitert waren.

Auf «engmaschige ärztliche Kontrollen» angewiesen

Der Ausländer machte nun aber vor dem Zürcher Verwaltungsgericht erfolgreich geltend, dass er aus medizinischen Gründen in der Schweiz verbleiben müsse.

Nach einer Herztransplantation im Juli 2011 am Universitätsspital Zürich kam es gemäss Spitalbericht zu «multiplen Komplikationen». Diese machen «engmaschige ärztliche Kontrollen an einem universitären Zentrumsspital» erforderlich.

Mangelnde Versorgung in Heimat

Das kantonale Migrationsamt und die Sicherheitsdirektion gingen davon aus, dass sich der Mann auch in seiner Heimat medizinisch betreuen lassen könne. Denn ein Spital mit Transplantations-Erfahrung liege vier Fahrstunden von seiner Heimatstadt entfernt. Die Behörden verlängerten deshalb die Aufenthaltsbewilligung nicht.

Der Verwaltungsgericht kommt nun aber zu einem anderen Schluss: «Bei einer Rückkehr müsste mit schwerwiegenden, drastischen Verschlechterungen seines derzeit fragilen Gesundheitszustandes bis hin zu einem vorzeitigen Tod gerechnet werden.»

Lebenslange Medikamenteneinnahme

Der 45-Jährige sei «dauerhaft auf eine hochspezialisierte, kurzfristig verfügbare medizinische Versorgung angewiesen». Ein vier Stunden entferntes Spital reicht dem Gericht nicht. Das Verwaltungsgericht verweist in seinem Urteil auch darauf, dass der Mann lebenslang auf eine strikte Medikamenteneinnahme angewiesen ist.

Die Vorinstanzen hatten diesbezüglich festgehalten, dass 19 der 20 benötigten Medikamente im Heimatland des Mannes derzeit vorrätig seien. Bei Nachbestellungen könnten aber zwei bis vier Wochen vergehen. Das bedeute mit anderen Worten, «dass nicht gewährleistet ist, dass die teils lebensnotwendigen Medikamente lückenlos oder zumindest mit ausreichender Kontinuität erhältlich sind», schreibt das Gericht.

Das Migrationsamt soll nun auf Geheiss des Verwaltungsgerichts die Aufenthaltsbewilligung des Mannes als sogenannter Härtefall verlängern. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (sda)

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