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UmfrageAusländer-Fragen bereiten Schweizern Sorgen

Bei der Ausländer- und Asylpolitik sieht das Schweizer Stimmvolk den grössten Handlungsbedarf. So die Zwischenergebnisse einer Vimentis-Befragung.

von
N. Glaus
45 Prozent der Schweizer wollen, dass der Ausländeranteil in der Schweiz zukünftig weniger als 25 Prozent beträgt. Dies zeigen die nicht-repräsentative Zwischenresultate der Vimentis-Umfrage mit 14'800 Teilnehmern.

45 Prozent der Schweizer wollen, dass der Ausländeranteil in der Schweiz zukünftig weniger als 25 Prozent beträgt. Dies zeigen die nicht-repräsentative Zwischenresultate der Vimentis-Umfrage mit 14'800 Teilnehmern.

Die bevorstehende Abstimmung zur Ecopop-Initiative Ende November sorgt derzeit für kontroverse Diskussionen. Auch die Umsetzung der bereits angenommenen Zuwanderungs-Initiative der SVP birgt reichlich Zündstoff.

Dass die Schweizer Stimmbürger den grössten politischen Handlungsbedarf beim Thema Ausländer- und Asylpolitik sehen, zeigen nun auch die nicht-repräsentative Zwischenresultate der Vimentis-Umfrage mit 14'800 Teilnehmern (siehe Box). Demnach sehen ein Drittel hier die höchste Priorität. In diesem Zusammenhang wollen 45 Prozent der Befragten, dass der Ausländeranteil in der Schweiz zkünftig weniger als 25 Prozent beträgt. Eine deutliche Mehrheit (60 Prozent) ist der Meinung, dass sich solche Zuwanderungs-Kontingente am Arbeitsmarkt und auch an der Bevölkerungsgrösse oder -struktur orientieren.

Wie hoch soll das Bevölkerungswachstum sein?

Die Umfrage zeigt zudem, wie das Schweizer Stimmvolk in Bezug auf das Bevölkerungswachstum denkt. Gut ein Fünftel (22 Prozent) der Befragten befürwortet, dass das Bevölkerungswachstum pro Jahr auf maximal 0,5 Prozent reduziert werden soll. Im Vergleich dazu will die Ecopop-Initiative etwa die Nettozuwanderung auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung begrenzen. Obwohl das Bevölkerungswachstum im vergangenen Jahr bei 1,3 Prozent lag, wollen lediglich 11 Prozent der Befragten ein Bevölkerungswachstum, das über 1 Prozent liegt. Laut den Zwischenresultaten der Vimentis-Umfrage wollen aber 34 Prozent die Kontingente nicht auf Basis des Bevölkerungswachstum festlegen.

Am 30. November stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung neben der Ecopop-Initiative und der Gold-Initiative auch über die Pauschalbesteuerung ab. Laut den ersten Vimentis-Umfrageergebnissen wollen 51 Prozent der Befragten eine Vereinheitlichung der Steuersätze für Einkommen ab 300'000 Franken pro Jahr.

Mehrheit will eine Landessprache in der Schule

Weiter beschäftigte sich die Umfrage mit Fragen nach der ersten Fremdsprache in der Schule. Eine Mehrheit des Volkes (56 Prozent) bevorzugt demnach eine Landessprache in der Primarschule. Hingegen wollen rund 40 Prozent Englisch als erste Fremdsprache im Unterricht.

Bei den Kantonen zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Kantone Jura, Freiburg, Neuenburg, Tessin und Waadt haben mit durchschnittlich 79,4 Prozent die höchste Zustimmungsrate für eine Landessprache. Die tiefsten Zustimmungsraten haben die Kantonen Thurgau, Glarus, Nidwalden, Schwyz und Appenzell Innerhoden. Dort befürworten lediglich 34,8 Prozent eine Landessprache als erste Fremdsprache in der Schule.

Zur Umfrage:

Vimentis versteht sich als neutrale Schweizer Politplattform. Die Organisation führt jährlich eine Meinungsumfrage in der ganzen Schweiz durch. Die diesjährige Befragung läuft noch bis Ende November. Hier gehts zum Online-Fragebogen.

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