Diskriminierung: Ausländer müssen höhere Mieten zahlen

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DiskriminierungAusländer müssen höhere Mieten zahlen

Ausländer zahlen in Zürich und Genf höhere Mieten als Schweizer. Für eine gleichwertige Wohnung muss ein ausländischer Mieter bis fast sieben Prozent mehr bezahlen als sein Schweizer Nachbar.

Zu diesem Schluss kommen vier Forscher der Haute école de gestion in Genf und der Eidg. Technischen Hochschule Lausanne in einer Studie, die im «Swiss Journal of Economics und Statistics» abgedruckt wurde.

In Genf ist die Miete für eine Person ohne Schweizer Pass im Schnitt 2,3 Prozent höher als für Schweizer. In Zürich beträgt die Differenz 2,6 Prozent, heisst es in der von der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» besprochenen Studie.

Dumme werden noch mehr geschröpft

Ausländischen Mietern mit niedrigem Bildungsniveau wird in Genf bis zu 5,2 Prozent, in Zürich bis zu 6,8 Prozent mehr Miete abgeknöpft als Schweizern. Die vier Autoren der Studie sprechen in diesem Zusammenhang von «Ausgrenzung, Vorurteil und Diskriminierung».

Die Ursachen für die Unterschiede wurden nicht untersucht. Ungleichbehandlungen von Personen aus verschiedenen Herkunftsländern konnten nicht festgestellt werden. In Einzelfällen sei es aber möglich, dass Afrikaner mehr für die Miete hinblättern müssten als Deutsche, erklärte einer der Autoren, Andrea Baranzini, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Die Studie wurde im Rahmen des Nationalen Forschungsprogrammes über nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung des Nationalfonds erarbeitet. In Genf wurden über 42 000, in Zürich über 26 000 Fälle untersucht, die aus der Volkszählung 2000 stammen. Neuere Daten waren nicht verfügbar.

(sda)

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