Autoversicherungs-Trick: Ausländer suchen sich für günstige Prämie Kollegen
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Autoversicherungs-TrickAusländer suchen sich für günstige Prämie Kollegen

Für die Autoversicherungs-Prämie ist die Nation des Fahrzeuglenkers entscheidend. Einige Ausländer geben hierbei deshalb einen Schweizer an.

von
Isabel Strassheim
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Barbara Eichhorn (53):  «Da ich auch als Schweizerin relativ hohe Autokosten habe, verzichte ich auf Ferien im Ausland und gehe in die Badi und auf Balkonien ...

Barbara Eichhorn (53): «Da ich auch als Schweizerin relativ hohe Autokosten habe, verzichte ich auf Ferien im Ausland und gehe in die Badi und auf Balkonien ...

... Ich fahre zwei BMW, einen älteren 325i, von dem ich mich beim Neukauf nicht trennen konnte, er ist praktisch für die Einkäufe. Dafür bezahle ich 1400 Franken inkl. Vollkasko ...

... Ich fahre zwei BMW, einen älteren 325i, von dem ich mich beim Neukauf nicht trennen konnte, er ist praktisch für die Einkäufe. Dafür bezahle ich 1400 Franken inkl. Vollkasko ...

.... Ausserdem fahre ich einen neuen M235i xdrive, für den ich rund 2100 Franken inkl. Vollkasko zahle.  Dieses Auto ist mein Ein und Alles.»

.... Ausserdem fahre ich einen neuen M235i xdrive, für den ich rund 2100 Franken inkl. Vollkasko zahle. Dieses Auto ist mein Ein und Alles.»

Ausländer zahlen für die Autoversicherung zum Teil erheblich mehr als Schweizer. Die höchsten Prämien erhalten Albaner, wie ein Comparis-Vergleich zeigt. Denn für die Versicherung ist die Nationalität ein Risikomerkmal. Es gibt jedoch Möglichkeiten, diese zu unterlaufen.

Der Versicherer Zurich erhebe in der Motorfahrzeug-Versicherung risikogerechte Prämien, sagt Unternehmenssprecher David Schaffner zu 20 Minuten. «Für die Berechnung der individuellen Prämien werden verschiedene Risikomerkmale des Fahrzeugs und der Person berücksichtigt.» Dazu gehören auch Alter, Geschlecht und die Nationalität des häufigsten Lenkers. Daraus ergibt sich Schadenhäufigkeit und -höhe.

Nationalität des Fahrzeughalters ist entscheidend

Ausschlaggebend für die Prämie ist nicht die Nationalität des Fahrzeughalters, sondern diejenige des häufigsten Lenkers. Deswegen gibt es einige Ausländer, die einen Schweizer Kollegen als Fahrzeuglenker angeben, um die Prämie zu verbilligen, wie Leserreaktionen zeigen. Im Schadenfall trägt auch der Halter die Verantwortung und muss für den Selbstbehalt aufkommen und allenfalls künftig höhere Prämien bezahlen.

Wohnt aber der häufigste Fahrer nicht an der gleichen Adresse wie der Halter, fällt dies auf, warnt Zurich-Sprecher Schaffner. «Versicherungsnehmer müssen in diesem Fall die unübliche Konstellation begründen können.» Und mit der Unterschrift verpflichtet sich ein Versicherungsnehmer, wahrheitsgemässe Angaben zu machen. Stellen sich diese im Nachhinein als falsch heraus, kann die Versicherung die Police kündigen.

Finma überwacht

Die unterschiedlichen Prämien je nach Nation lassen sich statistisch belegen und damit auch begründen, wie die Finma auf Anfrage erklärt. Sie überwacht die Versicherer und soll unzulässige Diskriminierungen verhindern. Dazu habe es in den letzten Jahren keine Hinweise ergeben. Im Übrigen spiele der Markt, sodass unterschiedliche Versicherer seit der Liberalisierung 1996 auch für eine nationale Gruppe verschieden hohe Prämien anbieten.

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