Aktualisiert 17.02.2011 20:01

Schule

Ausländerfamilien zeigen teils kaum Interesse

Die Stadt Bern will keine weiteren Angebote für Migranten-Eltern einführen: Diese seien bereits für bestehende Projekte kaum zu motivieren.

von
Nina Jecker

Muss mein Sohn in den Kindergarten? Wer kommt in die Sekundarstufe und was bedeuten die Einträge im Zeugnis meiner Tochter? Obwohl viele ausländische Eltern die Antworten auf diese Fragen nicht kennen, sind Info-Anlässe der Stadt meist spärlich besucht. «Es erweist sich als äusserst schwierig, die Zielgruppe der bildungsfernen Eltern mit Migrationshintergrund zur Nutzung dieser Angebote zu motivieren», erklärt der Gemeinderat das Problem. Die Mütter und Väter einzubeziehen sei harte Kleinarbeit, die Ausdauer und Hartnäckigkeit erfordere. Es mit noch mehr Projekten zu versuchen, wie ein GFL-Vorstoss gefordert hatte, lehnt die Stadt darum ab.

«Genau richtig», findet Stadtrat Thomas Weil (SVP): «Eltern mit viel Aufwand, Kosten und Zwang zu informieren bringt nichts.» Weniger ist mehr, findet auch Ratskollege und Lehrer Manuel C. Widmer (GFL), sagt aber: «Zum Wohl der Kinder müsste man die Eltern unter Androhung einer Busse etwa zwingen können, sich zu informieren.»

Die Stadt verzichtet vorerst auf Druck und Sanktionen: «Wir bemühen uns etwa, über fremdsprachige Vereine an die Eltern heranzukommen», so Irene Hänsenberger vom Schulamt Stadt Bern.

6 Kommissionen sollen bleiben

Politiker und Fachleute wollen am bisherigen System mit sechs Schulkommissionen für das Stadtgebiet festhalten. Dies hat eine Online-Befragung bei Schulbehörden, Elternräten, Lehrpersonen und dem Stadtrat gezeigt. Zwar müsse die Zusammenarbeit unter den sechs Kommissionen verbessert werden, finden zahlreiche Antwortende. Die Mehrheit ist jedoch der Meinung, eine Zusammenlegung der sechs Schulkreise sei unnötig.

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