Ausländische Beobachter ziehen aus Hebron ab
Aktualisiert

Ausländische Beobachter ziehen aus Hebron ab

Die internationalen Beobachter in Hebron im Westjordanland ziehen nach den Angriffen wütender Palästinenser auf ihre Büros aus der Region ab.

Der Abzug sei vorübergehend, teilten die ausländischen Beobachter am Mittwoch mit.

Zuvor hatten Hunderte Palästinenser aus Ärger über die in westlichen Zeitungen veröffentlichten Mohammed-Karikaturen die Büros mit Steinen beworfen und Fensterscheiben zerschlagen.

Die internationale Beobachtertruppe in Hebron (TIPH) verlegte all ihre 74 Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen nach Tel Aviv, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in einem Communiqué mitteilte.

Die TIPH steht unter norwegischer Führung. Die Schweiz stellt fünf Beobachterinnen und Beobachter; ausserdem sind Italien, Dänemark, Schweden und die Türkei beteiligt. Der Entscheid zum Abzug der TIPH-Mission sei in Absprache mit diesen Ländern erfolgt, schreibt das EDA.

Angriff auf Hauptquartier

Das TIPH-Hauptquartier wurde am Mittwoch mit Steinen beworfen. Mehrere Autos seien zudem zerstört worden, erklärte die Sprecherin der Truppe, Junhiled Forselv, gemäss der Nachrichtenagentur Reuters.

Scheiben des Gebäudes gingen zu Bruch. Verstärkte Polizeikräfte drängten die Randalierer ab, nachdem es Zusammenstösse mit diesen Sicherheitskräften gegeben hatte.

Die Beobachtertruppe veröffentlichte unterdessen in palästinensischen Zeitungen eine Erklärung, in der «die Aktionen dieser europäischen Zeitungen scharf missbilligt und verurteilt» werden.

Seit 1994 in Hebron

Die TIPH soll durch ihre Anwesenheit in Hebron Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern verhindern. Die Einrichtung der TIPH geht auf ein Massaker im Jahr 1994 zurück, bei dem ein jüdischer Siedler 29 Palästinenser getötet hatte. (sda)

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