Aktualisiert 21.02.2011 23:12

Heimische Brauer leiden

Ausländische Biere erobern die Schweiz

Obwohl der Bierkonsum in der Schweiz 2010 gestiegen ist, können sich heimische Brauereien nicht so recht freuen. Denn vom grossen Durst profitieren nicht sie, sondern ausländische Marken.

Deutsches Bier ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. (Foto: keystone)

Deutsches Bier ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. (Foto: keystone)

Mittlerweile stammt mehr als jedes fünfte Bier (21,8 Prozent), das in der Schweiz getrunken wird, aus dem Ausland. Im Jahr 2000 waren es gerade mal 14 Prozent. «Von den gesamten Bierimporten im Jahr 2010 wurden rund 55 Prozent in Dosen und 28 Prozent in Einwegflaschen getätigt», stellt Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbands, fest. Dies ist ein ­Indiz dafür, dass das Bier immer mehr im Detailhandel gekauft und weniger im Restaurant getrunken wird. Der Brauerei-Verband vertritt die grössten 16 Brauereien in der Schweiz – und damit 97 Prozent der hiesigen Produktion. Ihr Absatz sank 2010 um 0,5 Prozent.

Einen weiteren Grund für den steigenden Konsum von fremdem Bier ortet Kreber in der wachsenden Zahl an Einwanderern aus dem EU-Raum. Insbesondere der Anteil an deutschem Bier sei in den vergangenen Jahren stark gewachsen. «Mittlerweile ist jedes zweite Importbier deutsch», so Kreber. Danach kommen Biere aus Frankreich und Portugal. Doch Kreber kennt noch einen weiteren Grund für den Aufstieg des ausländischen Biers: «An den Stammtischen wurde vor allem Schweizer Bier getrunken. Doch leider geht diese Kultur immer mehr verloren.»

(20 Minuten)

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