Gefährliche Manöver: Lenker angezeigt, weil sie im Gotthard-Tunnel wendeten und überholten
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Gefährliche ManöverLenker angezeigt, weil sie im Gotthard-Tunnel wendeten und überholten

Am Wochenende kam es im Gotthard-Strassentunnel zu mehreren Wende- und Überholmanöver. Die Kapo Uri büsste in Folge drei ausländische Fahrer. Das kommt im Tunnel regelmässig vor.

von
Martin Messmer
Gefährliche Wendemanöver im Gotthard-Strassentunnel hielten die Polizei auf Trab.

Gefährliche Wendemanöver im Gotthard-Strassentunnel hielten die Polizei auf Trab.

Kapo Uri

Darum gehts

  • Ein Deutscher und ein Belgier wendeten ihren Wagen mitten im Tunnel.

  • Ein französischer Autofahrer überholte zwei Autos.

  • Die Fahrer wurden angezeigt.

Wie die Kantonspolizei Uri am Montag mitteilte, haben am Wochenende gleich drei PKW-Fahrer gefährliche Manöver im Gotthard-Tunnel gemacht. Bei den Zwischenfällen hat es keine Verletzten gegeben.

Das erste Manöver hat die Polizei am Freitagabend festgestellt. Ein deutscher Autofahrer habe seinen Wagen im Tunnel gewendet. Kurz nach 21.45 Uhr sei der Fahrer in Richtung Süden unterwegs gewesen, als er sein Auto in eine Nische fuhr. Beim Wenden ist er über die doppelte Sicherheitslinie gefahren und hat seine Fahrt anschliessend in Richtung Norden fortgesetzt, teilte die Polizei mit.

Am Samstagnachmittag registrierte die Polizei ein zweites gefährliches Wendemanöver. Um 17.30 Uhr, habe ein belgischer Autofahrer sein Fahrzeug bei Gegenverkehr gewendet und die Fahrt in entgegengesetzte Richtung fortgesetzt.

Zum dritten Zwischenfall im Strassentunnel kam es am Sonntag kurz nach 13 Uhr. Ein Autofahrer mit französischem Kontrollschild war in Richtung Norden unterwegs gewesen. Dabei hat er zwei Mal ein Fahrzeug überholt und während den Manövern jeweils die doppelte Sicherheitsline überfahren.

Die fehlbaren Autofahrer wurden durch die Polizei angehalten und kontrolliert, heisst es in der Mitteilung weiter. Nach Hinterlegung einer Bussenkaution haben die ausländischen Reisenden ihre Fahrt fortsetzen können. Die Autofahrer werden bei der Staatsanwaltschaft Uri zur Anzeige gebracht

50 Personen wendeten 2019 ihre Autos im Tunnel

Immer wieder kommen gefährliche Manöver im Gotthardtunnel vor, trotz doppelter Sicherheitslinie und Gegenverkehr: Viele Navis sind im Gotthard-Strassentunnel verwirrt und fordern, dass die Lenker wenden. Rund 50 Lenker befolgen das im Jahr, wie 2019 bekannt wurde.

In Fahrrichtung Süden würden einige Navi-Modelle die Route über die Passstrasse berechnen und meinen folglich, sie seien falsch im Tunnel. Vor allem ausländische und ortsunkundige Fahrer würden im Gotthard in die Navi-Falle tappen, berichtete das Newsportal Bluewin damals. Navis könnten nach wie vor Gründe für solche Manöver sein, sagte eine Kapo-Sprecherin am Montag zu 20 Minuten, aber es könne zum Beispiel auch sein, dass sich Leute im Tunnel nicht wohl fühlten und Panikattacken bekämen. Oder, weil sie schlicht in Göschenen die Ausfahrt verpasst hätten.

Die Chance, dass die Kapo Uri die Falschfahrer erwischt, ist gross: Der Gotthard-Tunnel ist videoüberwacht, und so gibt es von den waghalsigen Wendemanövern Bilder samt Autonummern.

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