Aktualisiert 03.10.2010 14:35

AfghanistanAusländische Sicherheitsfirmen verboten

Alles «Wirtschaftsmafia»: Das Geschäft mit der Sicherheit in Afghanistan wird schwieriger. Acht Firmen, darunter auch der Nachfolger von Blackwater, sind aufgelöst worden.

Blackwater war im Irak und Afghanistan höchst umstritten.

Blackwater war im Irak und Afghanistan höchst umstritten.

In Afghanistan sind acht ausländische Sicherheitsdienste verboten worden, darunter der Nachfolger der umstrittenen US-Firma Blackwater. Die Unternehmen seien aufgelöst und ihre Waffen eingesammelt worden, sagte Präsidentensprecher Waheed Omer am Sonntag.

Präsident Hamid Karsai hatte das Verbot aller privaten Sicherheitsdienste bis Ende des Jahres angeordnet. Insgesamt sind 52 ausländische und afghanische Sicherheitsfirmen in Afghanistan registriert. Offiziell sind dort 26 000 Menschen beschäftigt, die wahre Zahl könnte aber bei bis zu 40 000 liegen.

Die Firmen arbeiten mit den internationalen ISAF-Truppen, dem Pentagon, der UNO-Vertretung, Botschaften, Nichtregierungsorganisationen und westlichen Medien zusammen. Sie sind unter anderem für deren Sicherheit und die Sicherheit von Konvois und Baustellen zuständig.

«Wirtschaftsmafia»

Karsai hatte den Firmen vorgeworfen, dass sie zur «Wirtschaftsmafia» gehörten und die Korruption beförderten. Zudem seien sie für Plünderungen und Diebstahl verantwortlich und behandelten die Bevölkerung oftmals schlecht.

Blackwater, das heute unter dem Namen Xe Services firmiert, war 2007 in die Kritik geraten, als fünf Mitarbeiter des Unternehmens in der irakischen Hauptstadt Bagdad mehr als ein Dutzend Zivilisten erschossen und etlich verletzt hatten.

Sie hatten in die Menge gefeuert, als ein Konvoi mit US- Diplomaten vorbeifuhr. Blackwater verlor daraufhin seine Aufträge im Irak. Zu einer Anklage kam es aber nicht.

(sda)

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