Erasmus-Debatte: Auslandsemester sind bei Studenten unbeliebt
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Erasmus-DebatteAuslandsemester sind bei Studenten unbeliebt

Die EU-Sanktionen zum Austauschprogramm Erasmus erhitzen die Gemüter. Allerdings bleiben viele Schweizer Studierende lieber zu Hause.

von
dia
Trotz Aufschrei wegen Erasmus-Sanktionen: Schweizer Studenten bleiben lieber zu Hause.

Trotz Aufschrei wegen Erasmus-Sanktionen: Schweizer Studenten bleiben lieber zu Hause.

Das Austauschprogramm Erasmus avancierte nach dem Ja zur Einwanderungsinitiative zum grossen Streitpunkt mit der Europäischen Union. Die EU schränkte den Zugang für Schweizer Studenten massiv ein – der Aufschrei in der Bevölkerung war entsprechend gross. Jetzt zeigt sich aber: Austauschsemester sind bei Studenten wenig gefragt.

Laut der Aargauer Zeitung verbrachte nur jeder 100. Student ein oder mehrere Semester bei einer europäischen Partneruniversität. Die Zeitung bezieht sich in ihrem Bericht auf Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Auch der Strafrechtsprofessor Martin Killias bestätigt: «Erasmus ist ein absolutes Minderheitenprogramm». Die Zahl der Teilnehmer am Erasmus-Programm nimmt zwar stetig zu, im Vergleich zu der steigenden Studentenzahl ist das Interesse aber gering.

Effizienz wichtiger als Austausch

Ein Grund für die tiefe Popularität von Erasmus sieht Killias in den möglichen Konsequenzen für die Studierenden: «Die meisten sind nur bereit, die Uni zu wechseln, wenn damit das Studium nicht verlängert wird». Einige Universitäten raten gar davon ab, in den ersten beiden Jahren eines Bachelorstudiums einen Austausch zu machen.

Die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät der Uni Fribourg schreibt beispielsweise: «Wir raten, einen Mobilitäts-Aufenthalt erst im dritten Studienjahr einzuplanen. Dann lässt der Studienplan dazu mehr Freiheiten». Wer sich früher für ein Semester an einer anderen Uni entscheide, müsse dann eben den einen oder anderen Kurs nachholen.

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