Aktualisiert 05.10.2006 21:35

Ausreisser-Paar gesichtet: In der Aare leben zwei Otter

Eine verdutzte Passantin sichtete gestern am Aareufer einen Fischotter. Dieser war beim Hochwasser mit einem Gspändli getürmt. Das Dählhölzli tut alles dafür, die beiden Ausreisser wieder einzufangen.

Vor den Augen einer Spaziergängerin planschte gestern Morgen beim Lorrainebad ein Fischotter in der Aare. «Es sind tatsächlich zwei Otter unterwegs, die uns während des Hochwassers entwischten», sagt Stefan Steuri vom Dählhölzli. «Hin und wieder rufen Leute deswegen an. Wir machen uns dann sofort auf die Suche.»

Doch Lumpi und Orawa sträuben sich dagegen, in den Tierpark zurückzukehren. Dies ist schon ihr zweiter Ausflug in die Freiheit: Zu Beginn des Hochwassers hatte Orawa einen kurzen Abstecher ins Kino Cinématte gemacht, während Lumpi beim AKW Mühleberg untergetaucht war. Zurück im Dählhölzli flohen sie erneut. «Es ist sehr schwierig, die Tiere zu erwischen», sagt Steuri. «Im Winter haben wir grössere Chancen, weil dann das Futter knapp wird.»

«Es gibt in der Schweiz kein Ansiedlungsprojekt. Diese Zootiere müssen wieder eingefangen werden», sagt Christoph Jäggi vom Bundesamt für Umwelt. Wer die Ausreisser erblickt, sollte sich umgehend beim Dählhölzli melden. «Fatal wäre ein Fischotter-Tourismus», so Jäggi. «Dadurch werden die Tiere nur noch scheuer und misstrauischer.»

Raffaela Moresi

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