Mutmasslicher Neonazi: Ausschluss aus SVP droht
Aktualisiert

Mutmasslicher NeonaziAusschluss aus SVP droht

Der Wirbel um den mutmasslichen Luzerner Neonazi A.E.* geht weiter: Um Mitglied der SVP zu bleiben, soll er seiner Gesinnung öffentlich abschwören.

von
Deborah Rast

«Ich werde mich mit ihm nochmals persönlich über sein Facebook-Profil unterhalten», sagt Pirmin Müller, Präsident der Jungen SVP Luzern. Er müsse ganz sicher sein, dass E. nicht mehr in der rechts­extremen Szene sei, denn «wir sind unisono der Meinung, dass Neonazis nichts in unserer Partei zu suchen haben.» Der 23-jährige E. posierte auf Facebook mit diversen SVP-Politikern, zeigte sich auf anderen Bilder als knallharter Neonazi und sorgte so für Furore (20 Minuten berichtete).

Die SVP Schweiz wollte zum neuprominenten Parteimitglied keine Stellung nehmen. Anders Ulrich Giezendanner: «Es ist eine Schande, einen Rechtsextremen in der Partei zu haben.» Er solle sich in einer eidesstattlichen Erklärung von rechtsextremem Gedankengut distan­zieren, so der SVP-Nationalrat und Unternehmer. Sonst müsse man ihn ausschliessen.

Die SVP wurde in der Vergangenheit bereits öfters mit rechtsextremen Kreisen in Verbindung gebracht. Etwa als sich ein Holocaustleugner bei der ­Unterschriftensammlung für das Referendum gegen die Personenfreizügigkeit beteiligte oder als die deutsche NPD das SVP-Schäfchenplakat für ihre Zwecke verwendete.

*Name der Redaktion bekannt

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