Frankreich: Ausschreitungen bei Winzerdemo
Aktualisiert

FrankreichAusschreitungen bei Winzerdemo

Bei Protesten wütender Winzer gegen den Preisverfall ist es
in Südfrankreich zu Ausschreitungen gekommen. Zwei Polizisten wurden verletzt, Polizeiwagen in Brand gesteckt und mehrere Supermärkte und Banken verwüstet.

Die Lage eskalierte am späten Mittwochabend, nachdem rund 10 000 Winzer zunächst friedlich in Montpellier demonstriert hatten, wie die Präfektur am Donnerstag mitteilte. Im nahe gelegenen Montagnac stürzten sich 180 Winzer auf zwei Polizeiwagen. Die Beamten, mit Baseballschlägern bedroht, ergriffen die Flucht. Die Fahrzeuge wurden umgekippt und in Brand gesteckt, sagte ein Präfektursprecher. 1000 Polizeibeamte waren in der Region Languedoc-Roussillon im Einsatz, um die Demonstranten zu stoppen.

Die Winzer klagen über einen dramatischen Preisverfall seit dem Jahr 2000 von rund 30 Prozent. 80 Prozent der Weinbauern der Region seien in finanziellen Schwierigkeiten, sagte der Präsident des Verbandes junger Winzer, Jean-Pascal Pelagatti. Sie fordern von der Regierung Notfallmassnahmen und einen Plan, um ihre Branche zu retten. Landwirtschaftsminister Michel Barnier will am Montag eine Delegation der Weinbauern empfangen.

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