Aktualisiert 20.10.2011 09:21

Schwung verlorenAussenhandel wächst weniger schnell

Der Schweizer Aussenhandel hat im laufenden Jahr zugenommen, sich aber in der Tendenz schwächer entwickelt. Im dritten Quartal lagen Ausfuhren und Einfuhren im Vorjahresvergleich im Minus.

In den ersten neun Monaten nahmen die Exporte bei stark rückläufigen Güterpreisen noch um 2,4 Prozent auf 147 Mrd. Fr. zu. Die seit dem zweiten Quartal festgestellte, kontinuierliche Wachstumsverlangsamung habe sich fortgesetzt, schreibt die Eidg. Zollverwaltung EZV. Im dritten Quartal seien die Ausfuhren ins Minus gerutscht.

Die Importe stiegen von Januar bis September lediglich um 1 Prozent auf 130,4 Mrd. Franken. Die Einfuhren wuchsen nur im ersten Quartal. In den nachfolgenden zwei Quartalen waren sie rückläufig. Die Preise der Einfuhrgüter sanken um 2,1 Prozent.

In den ersten neun Monaten kumulierte sich der Überschuss in der Schweizer Handelsbilanz auf 16,7 Mrd. Franken. Damit weitete sich der Aktivsaldo um 14,7 Prozent aus. Der Überschuss in Asien ( 17 Mrd. Fr.) glich das Defizit mit Europa (-16,3 Mrd. Fr.) vollständig aus.

Erfolgreiche Uhrenindustrie

Von Januar bis September vermochten nur drei der zehn wichtigsten Exportbranchen ihren Auslandabsatz zu steigern. Am erfolgreichsten war dabei die Uhrenindustrie. In den ersten neun Monaten zogen die Uhrenexporte um 19,5 Prozent auf 13,46 Mrd. Fr. an, wie der EZV- Statistik zu entnehmen ist.

Auch im September legten die Uhrenexporte erneut kräftig zu. Die Ausfuhren stiegen nominal um 21 Prozent auf 1,8 Mrd. Franken. Im August waren die Ausfuhren nominal um 16,4 Prozent gestiegen, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie am Donnerstag mitteilte.

Positiv entwickelten sich ausserdem die Exporte der Metallindustrie ( 5 Prozent) sowie der Maschinen- und Elektronikindustrie ( 4 Prozent). Am stärksten unter schwindenden Ausfuhren litt in den ersten neun Monaten 2011 hingegen die Papier- und Grafische Industrie (-10,4 Prozent).

Der Auslandumsatz der Nahrungs- und Genussmittelindustrie stagnierte (-0,1 Prozent). Die Lieferungen der Kunststoffindustrie, von Präzisionsinstrumenten sowie der Chemischen Industrie sanken zwischen 2 und 3 Prozent. Weniger exportieren konnten auch die Textil- und Bekleidungsindustrie (je -4 Prozent).

Wichtige Exporte nach Asien

Den wichtigsten Wachstumsbeitrag lieferte Asien, wohin über 10 Prozent mehr exportiert wurde. Gleich kräftig stiegen die Ausfuhren nach Ozeanien. Nur moderat zu nahmen die Exporte nach Nord- und Lateinamerika, jene nach Europa und in die EU stagnierten.

Das leichte Plus bei den Einfuhren rührt von gestiegenen Einfuhren von Energieträgern sowie von Rohstoffen und Halbfabrikaten her. (sda)

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