Luzern will mehr Geld – Aussenplätze könnten für Bars und Restaurants teurer werden
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Luzern will mehr Geld Aussenplätze könnten für Bars und Restaurants teurer werden

Seit Ende des ersten Shutdowns profitierten Gastrobetriebe in Luzern von tiefen Gebühren in öffentlichen Aussenbereichen. Nun gilt wieder der volle Preis. Ein Vorstoss will dies verhindern.

von
Nathan Keusch
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Restaurants in der Stadt Luzern haben die Möglichkeit während der Corona-Pandemie ihre Tische und Stühle im Freien auf Parkplätze zu stellen um mehr Gäste zu bewirten. 

Restaurants in der Stadt Luzern haben die Möglichkeit während der Corona-Pandemie ihre Tische und Stühle im Freien auf Parkplätze zu stellen um mehr Gäste zu bewirten.

Nadine Wechsler
Bis 2021 wurden dafür gar die Gebühren halbiert. Ab 2022 gilt wieder der volle Tarif.

Bis 2021 wurden dafür gar die Gebühren halbiert. Ab 2022 gilt wieder der volle Tarif.

20min/Tino Limacher
Ein Postulat von SP und Mitte verlangt auch 2022 halbierte Nutzungsgebühren.

Ein Postulat von SP und Mitte verlangt auch 2022 halbierte Nutzungsgebühren.

20min/Nadine Wechsler

Darum gehts

  • Gastro-Betriebe in Luzern können auch 2022 öffentlichen Grund nutzen.

  • Dieses Jahr müssen sie dafür aber tiefer in die Taschen greifen.

  • SP und Mitte wollen die Tarife weiterhin tiefer belassen.

  • Für den Verband Gastro Luzern ist die Aussenbestuhlung ein wichtiger Faktor für die Gastronomie.

In der Stadt Luzern wird das Herausstuhlen für die Beizen auch 2022 wieder möglich sein. Der Stadtrat verlängert die Bewilligung zur befristeten Nutzung von Gastronomie-Aussenflächen bis Ende 2022. Gastrobetriebe können bis Ende Januar ein Gesuch bei der Stadt für die Verlängerung stellen.

Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren könnte dies für die Gastronomen aber teurer werden. Denn wurden die Nutzungsgebühren für den öffentlichen Raum in den letzten beiden Jahren von der Stadt noch halbiert, müssen die Beizer ab 2022 wieder den vollen Preis bezahlen.

Stadt hoffte auf entspanntere Lage

Nun fordert ein dringliches Postulat von SP und Mitte, dass die Gebühren auch weiterhin halbiert werden sollen, weil «sich die pandemische Situation derzeit wieder enorm verschlechtert und die Gastrobetriebe weiterhin überdurchschnittlich stark darunter leiden.» Der Grosse Stadtrat Luzern wird an der Sitzung vom 27. Januar darüber entscheiden. Doch weshalb galt die Regelung zur Nutzung der Aussenfläche nur bis Ende 2021? Postulantin Regula Müller (SP) vermutet, dass die Stadtregierung hoffte, die Lage hätte sich nun entspannt und es sei jetzt wieder wie vor der Pandemie. Für Müller sind die tiefen Gebühren ein wichtiger Schritt, um die Gastronomie weiterhin zu unterstützen.

Aufgrund der momentanen Lage rechnet sich Müller auch gute Chancen für den Vorstoss aus. «Wir haben das Postulat gemeinsam mit der Mitte eingereicht und ich denke, dass wir auch die Stimmen der Grünen haben.» Wie es von rechts aussieht, kann Müller nur schwer einschätzen. «Anhand der Abstimmung werden wir sehen, welche Parteien das Gewerbe wirklich unterstützen und welche nicht.»

Aussenbestuhlung eröffnet Perspektiven

«Die SVP hat diesbezüglich noch keine Meinung gefasst», sagt SVP-Fraktionspräsident Thomas Gfeller. «In der momentanen Lage ist es wohl aber die einzige richtige Entscheidung, die Gebühren tief zu halten.» Gfeller merkt aber an, dass es für die Zeit nach der Pandemie eine andere Regelung braucht. «Der öffentliche Raum besteht nicht nur aus Bars und Restaurants. Da kann es schnell zu Nutzungskonflikten kommen.»

Für Gastro-Luzern-Präsident Ruedi Stöckli ist der Vorstoss sehr begrüssenswert. Man habe schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit den Boulevardbeizen gemacht «Wir gehen davon aus, dass 2G+ auch in den Bars und Restaurants kommt, und da eröffnet das Hinausstuhlen wieder Perspektiven.» Die Halbierung der Nutzungstarife würde die Aussenbestuhlung für die Betriebe finanziell tragbarer machen. Eine Garantie für eine umsatzstarke Saison sei es jedoch nicht. «Am Schluss entscheidet das Wetter, ob sich die Gäste draussen hinsetzen.»

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

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Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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