Aktualisiert 07.01.2020 20:25

Polizei sucht Nachwuchs«Ausser Radarkontrollen können die eh nichts»

Die Baselbieter Polizei sucht auf Facebook nach Verstärkung. Dort stellen User allerhand Behauptungen zum Polizeiberuf auf.

von
lha

Die Polizei hat mehrere Einsätze gestellt und mit einer 360-Grad-Kamera gefilmt. (Video: Polizei BL)

«Ausser Radar- und Alkoholkontrollen können die eh nichts», schmäht ein User auf Facebook in der Kommentarspalte eines Posts der Baselbieter Polizei. Mit Posts auf Social Media versucht die Polizei nach Nachwuchs. Bis am 6. Januar konnten sich Aspiranten bewerben. Wie viele Bewerbungen eingegangen sind, war am Dienstag noch nicht bekannt. Pro Lehrgang gehen in der Regel 60 bis 80 Bewerbungen ein, wovon ein Zehntel zur Ausbildung zugelassen werde, hiess es. Jährlich muss die Baselbieter etwa 15 Aspiranten ausbilden, um den Bestand im Korps zu halten.

Die Kampagne wurde von der Polizei auf Facebook beworben, um «die gewünschte Zielgruppe direkt anzusprechen», so Mediensprecher Adrian Gaugler. Die Polizei könne sich so als attraktiver Arbeitgeber in einem spannenden Tätigkeitsfeld positionieren, erklärt er weiter. Der Post wurde von vielen gesehen und fleissig kommentiert. Die Kommentare zeigen aber gleich zweierlei Probleme, mit denen die Polizei bei der Rekrutierung zu kämpfen hat.

Die Anzahl der Bewerber ist seit Jahren rückläufig, obwohl die Polizei mit vollem Lohn während der Ausbildung lockt. «Es wird auch künftig nicht einfacher werden, geeigneten Nachwuchs zu finden», sagt Gaugler. Die Anforderungen an den Polizeiberuf seien auch gestiegen, sagt Gaugler. Anders als einzelne User auf Facebook behaupteten, wird also nicht jeder genommen. Und vor allem ist der Eignungstest nicht das alleinige Kriterium, wie manche meinen. «Es geht um Sympathie und nichts ums können», stänkerte ein User, dem eine Karriere bei der Baselbieter Polizei offenbar verwehrt wurde.

Gaugler entgegnet: «Als wichtiges Kriterium zur Anstellung zählt nebst dem Intellekt und einer guten physischen Verfassung die jeweilige Persönlichkeit der Bewerberin beziehungsweise Bewerbers.» Dies könne als hohe Hürde verstanden werden. «Sozialkompetenz, Kommunikationsgeschick und Empathie zeichneten den Polizisten aus», betont er. Das werde anlässlich des Auswahlverfahrens ebenfalls überprüft.

Auch dieser Aussage widerspricht Gaugler vehement. Gerade auf Social Media könne man ja einen Eindruck über die vielseitige Arbeit bei der Baselbieter Polizei machen. Der Hauptkfokus bei der Verbrechensbekämpfung liegt denn auch nicht bei den Schnell- und Falschfahrern, sondern bei der Bekämpfung von Einbruchdiebstählen, die das häufigste Delikt im Kanton darstellen.

Diese Aussage stimmt fast. Die Schweizer Staatsbürgerschaft ist zwingende Voraussetzung für den Polizeidienst im Baselbiet. Das ist nicht überall so. In Basel-Stadt sind auch ausländische Staatsangehörige mit Niederlassungsbewilligung C zugelassen.

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Die Baselbieter Polizei sucht auf Facebook nach Verstärkung. So könne man die gewünschte Zielgruppe direkt ansprechen, erklärt Sprecher Adrian Gaugler.

Die Baselbieter Polizei sucht auf Facebook nach Verstärkung. So könne man die gewünschte Zielgruppe direkt ansprechen, erklärt Sprecher Adrian Gaugler.

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Die Anzahl der Bewerber ist seit Jahren rückläufig, obwohl die Polizei mit vollem Lohn während der Ausbildung lockt.

Die Anzahl der Bewerber ist seit Jahren rückläufig, obwohl die Polizei mit vollem Lohn während der Ausbildung lockt.

Polizei BL
«Es wird auch künftig nicht einfacher werden, geeigneten Nachwuchs zu finden», sagt Gaugler. Die Anforderungen an den Polizeiberuf seien auch gestiegen, sagt Gaugler.

«Es wird auch künftig nicht einfacher werden, geeigneten Nachwuchs zu finden», sagt Gaugler. Die Anforderungen an den Polizeiberuf seien auch gestiegen, sagt Gaugler.

Am 27. Januar führt die Baselbieter Polizei einen öffentlichen Informationsanlass für Interessierte durch.

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