Fahrer entzog sich Kontrolle - Ausserkantonales Polizeikorps untersucht Schussabgabe auf A8
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Fahrer entzog sich KontrolleAusserkantonales Polizeikorps untersucht Schussabgabe auf A8

Am Montag hatte sich ein Autofahrer einer Polizeikontrolle entzogen. Ein Polizist feuerte einen Schuss ab. Der Vorfall wird untersucht.

von
Gianni Walther
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Die Kontrolle, der sich der Fahrer entzogen hatte, fand auf der Autostrasse A8 bei Sarnen statt.

Die Kontrolle, der sich der Fahrer entzogen hatte, fand auf der Autostrasse A8 bei Sarnen statt.

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In Sörenberg wurde das Auto schliesslich von der Luzerner Polizei angehalten. Die beiden Insassen wurden festgenommen.

In Sörenberg wurde das Auto schliesslich von der Luzerner Polizei angehalten. Die beiden Insassen wurden festgenommen.

Wikipedia/I, Paebi/ CC BY-SA 3.0
Die Schussabgabe wird nun von einem ausserkantonalen Polizeikorps untersucht.

Die Schussabgabe wird nun von einem ausserkantonalen Polizeikorps untersucht.

Wikipedia/

Darum gehts

  • In Sarnen ist es am Montag bei einer Polizeikontrolle zu einer Schussabgabe gekommen.

  • Die Staatsanwaltschaft Obwalden und die Luzerner Polizei untersuchen nun den Fall.

  • Dabei wird auch geklärt, unter welchen Umständen der Schuss abgefeuert wurde.

Nachdem sich am Montag zwei Autoinsassen einer Polizeikontrolle entzogen hatten, bei der es zu einer Schussabgabe durch die Polizei gekommen war, gilt es für die Staatsanwaltschaft des Kantons Obwalden viele Fragen zu klären. So wird etwa der Ablauf der Polizeikontrolle untersucht. «Die Polizei versuchte das Auto anzuhalten, weil dessen Kontrollschilder als gestohlen gemeldet waren», sagt Bernhard Schöni, stellvertretender Oberstaatsanwalt des Kantons Obwalden. Ob der ältere dunkelblaue 3er-BMW ebenfalls als gestohlen gemeldet war, ist noch unklar: «Das ist Gegenstand der laufenden Abklärungen», so Schöni. Die beiden festgenommenen Autoinsassen werden am Dienstag der Staatsanwaltschaft Obwalden überstellt.

Als die Polizei das Auto auf der A8 bei Sarnen anhalten und kontrollieren wollte, wurde es brenzlig: Der Fahrer (19) hielt nicht an, sondern fuhr direkt auf die Polizeiangehörigen zu. «Gefährdet waren alle drei Polizisten, einer wurde jedoch ganz konkret gefährdet: Er musste sich mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen», sagt Schöni. Ob die beiden anderen Polizisten ebenfalls zur Seite springen mussten, sei ihm noch nicht bekannt.

Ballistisches Gutachten wird erstellt

Bei der Kontrolle wurde von einem Polizisten ein Schuss abgegeben: «Ein ausserkantonales Polizeikorps wurde damit beauftragt, die Umstände dieser Schussabgabe zu klären», sagt Schöni. Das sei ein standardmässiges Vorgehen. «Wenn die Polizei von der Schusswaffe Gebrauch macht, wird abgeklärt, ob dies verhältnismässig und gerechtfertigt war.»

Zu einer Schussabgabe könne es zur Gefahrenabwehr kommen. «Man darf nicht einem Autofahrer, der auf der Flucht ist, hinterherschiessen. Das gibt es nur im Film. Das ist nicht zulässig», so der stellvertretende Oberstaatsanwalt. «Hier geht es darum abzuklären, ob sich die Polizisten selbst schützen mussten.» So geht Schöni aktuell auch davon aus, dass es in jenem Moment zur Schussabgabe kam, als sich der BMW auf die Polizeiangehörigen zubewegte. «Das wird alles genau abgeklärt. Es wird ein ballistisches Gutachten erstellt, bei dem auch der Schusswinkel eruiert wird.» Danach könne man nachvollziehen, in welcher Situation genau der Schuss abgefeuert wurde.

Zeugensuche wegen Verkehrsdelikten

Die Polizei nahm nach der Kontrolle die Verfolgung auf, verlor das Auto aber aus den Augen. «Die Polizei muss bei einer Verfolgung verhältnismässig und zurückhaltend vorgehen, damit keine weiteren Verkehrsteilnehmer gefährdet werden». Der Fahrer des BMWs soll bei seiner Flucht gemäss ersten Ermittlungen mehrere teils gravierende Verkehrsdelikte begangen haben. «Mehrere Personen meldeten sich, weil ein Autofahrer mit auffälliger Fahrweise unterwegs war und Verkehrsregeln massiv verletzte.» Dementsprechend sei das Auto auch beschädigt worden. Nach wie vor werden diesbezüglich weitere Zeugen gesucht.

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